Zeitmangel bedeutet nicht zwingend ungesunde Ernährung

Ein stressiger Alltag, der Spagat zwischen Familie und Berufsleben, das Geschick alles unter einen Hut zu bekommen – diese Dinge erfordern sehr viel Kraft und Geduld. Die gesunde Ernährung Deines Kindes sollte dabei jedoch nicht zu kurz kommen. Doch welche Alternativen gibt es, wenn doch Zeitmangel allgegenwärtig ist? Und worauf solltest Du vielleicht lieber verzichten?

Stressfreies Essen = gesundes Essen?

Auch wenn der Alltag öfter mal turbulent verläuft, schaffen feste Essenszeiten und schöne Rituale eine Routine die Sicherheit vermittelt. Das Einhalten regelmäßiger Strukturen kann Dir dabei helfen den Stress zu reduzieren. Für Dein Kind schafft es zudem von Beginn an eine positive Atmosphäre und einen Raum zum Entdecken und Experimentieren, in dem es zugleich Tischmanieren erlernen kann.

Unsere Anleitung zum stressfreiem Essen

  1. Essenszeit ist Familienzeit! Eure gemeinsame Zeit könnt Ihr am besten genießen, wenn der Fernseher oder das Radio nicht eingeschaltet sind, denn dadurch wird Dein Kind nur zusätzlich abgelenkt. Erzählen und lachen sorgen hingegen für eine gute Stimmung.
  2. Achte darauf, dass Dein Kind während des Essens am Esstisch sitzt und nicht spielt oder tobt, denn Ablenkung kann das Hungergefühl trüben.
  3. Ein fester Essensablauf hilft Deinem Kind dabei sich sicher im Tag zurechtzufinden. Ein Tischspruch kann zusätzlich unterstützend wirken und alle zur Ruhe kommen lassen.
  4. Dein Kind sollte am besten erst am gedeckten Tisch Platz nehmen, denn länger als 15 Minuten zu sitzen, ist für die meisten Kinder oftmals sehr anstrengend.
  5. Für alles was gut klappt kannst Du Dein Kind ruhig loben, das macht stolz, selbstbewusst und selbstständig. Kinder lernen ständig und natürlich kommt es auch mal vor, dass sich Dein Kind nicht an alle Regeln hält. In so einer Situation solltest Du für Dein Kind nachvollziehbar reagieren.

Das konsequente Einhalten von ein paar einfachen Regeln, an die sich die restliche Familie dann auch halten sollte, verhilft Dir und Deinem Kind bereits zu einem entspannteren Essen.

Fertigbrei oder selber kochen?

Sicher hast Du Dir schon die Frage gestellt, ob Fertigbrei oder doch eher selbst gekochter Brei die ideale Wahl bei der Ernährung Deines Kindes ist. Für die Beantwortung dieser Frage müssen eine ganze Reihe an Faktoren berücksichtigt werden. Beide Optionen haben ihre Vor- und auch Nachteile. Für welche Variante Du Dich auch entscheidest oder ob Du vielleicht beide miteinander kombinierst, ist Dir überlassen. Wenn Du einige Dinge beachtest, kannst Du mit beiden Optionen die richtige Wahl treffen.

Die Vorteile von Fertigbrei

Als Mama oder auch Papa ist Dir wahrscheinlich bewusst, dass Fertigbrei in erster Linie einfach praktisch ist. Ob für zuhause oder unterwegs, sie können Dir Deinen Alltag ein Stück weit erleichtern, denn das bereits fertig gekochte Gericht muss einfach nur schnell erwärmt werden und schenkt Dir dadurch ein bisschen mehr Zeit. Nicht alle Eltern trauen sich Babybrei selbst herzustellen oder haben auch einfach keine Lust dazu. Vielleicht fühlst auch Du Dich mit dem Kauf von Fertigbrei einfach sicherer, denn die Zutaten werden regelmäßig streng kontrolliert. Fertigbrei muss eine gleichbleibende gute Qualität aufweisen und ist zudem stark reguliert. Da die Herstellung und Verpackung unter kontrollierten hygienischen Bedingungen abläuft, sind sowohl Keimarmut als auch Haltbarkeit gewährleistet. Die Fertigkost ist zudem unfassbar fein püriert. Mit einem gewöhnlichen Pürierstab ist es zuhause fast unmöglich dieses hinzubekommen – und kauen kann Dein Baby die erste Zeit wirklich noch nicht. Wie Du sehen kannst, gibt es eine ganze Reihe von Pluspunkten die für Fertigbrei sprechen.

Aber Achtung, Fertigbrei ist nicht gleich Fertigbrei

“Weniger ist mehr”. Die Zutatenliste von Fertigbrei sollte in etwa dem Grundrezept eines selbst gekochten Breies entsprechen. Eine Obst-, Gemüse- oder Getreideart ist zudem erst einmal ausreichend. Kombiniert werden kann dann, wenn Dein Kind die einzelnen Zutaten jeweils gut verträgt. Achte vor allem auch darauf, dass keine unnötigen Zusätze im Fertigbrei versteckt sind. Dein Baby braucht weder zusätzliches Salz noch Zucker oder irgendwelche Gewürze. Dies ist jedoch nicht immer eindeutig gekennzeichnet. Auch wenn der Hersteller mit der Aufschrift “ohne Kristallzucker” wirbt, verbergen sich doch auch hinter Sirup, Glukose, oder Fruktose hohe Mengen an Zucker. Aromen, Nüsse oder auch Schokolade haben in den Fertigkost ebenfalls nichts zu suchen. Wenn es möglich ist, solltest Du Produkte aus ökologischem Anbau bevorzugen. Falls die in der Fertigkost enthaltene Menge an Fett nicht den offiziellen Richtlinien entspricht, kannst Du den Babybrei mit 1,2 Esslöffeln Rapsöl optimieren, damit Dein Baby auch mit allen Nährstoffen gut versorgt ist. Dieses entnimmst Du am besten der Zubereitungsempfehlung. Das im Getreidebrei enthaltene Getreide sollte außerdem ein Vollkorngetreide sein. Außerdem ist ein gutes Zeichen wenn Getreide und Obst ganz vorn in der Zutatenliste stehen, denn das bedeutet, dass sie den Hauptteil des Breis ausmachen. Möchtest Du Deinem Baby einen fertigen Getreide-Obst-Brei anbieten, achte darauf, dass darin keine Milch- oder Milchprodukte enthalten sind, denn diese können die Eisenaufnahme hemmen.

Wenn Du noch mehr über Salz, Zucker und Gewürze in der Babynahrung wissen möchtest, dann findest Du auf unserem Blog den Artikel Warum keine Gewürze in den Babybrei gehören, der viele weitere interessante Informationen bereithält. Der Artikel Inhaltsstoffe in Fertigprodukten greift das Thema Fertigkost noch einmal genauer auf.

Sollte ich lieber selber kochen?

Das Selbstkochen des Babybreies bringt natürlich ebenfalls viele Vorteile mit sich, falls Du Lust hättest es mal auszuprobieren. Ein entscheidender Punkt ist, dass Du die Zutaten flexibel auswählen und nach den Vorlieben Deines Kindes individuell gestalten kannst. Da Du entscheidest, was in den Babybrei kommt und was nicht, besitzt Du die vollkommene Kontrolle. Unnötige Zusätze wie Salz oder Zucker können zu 100 % vermieden werden. Wir empfehlen Dir auf Bioprodukte oder auch auf regionales Obst und Gemüse zurückgreifen. Die Zusammenstellung einer gesunden und ausgewogenen Kost liegt ganz in Deinen Händen. Du kannst Deinem Baby eine große Geschmacksvielfalt anbieten und es gewöhnt sich so an die Küche des Elternhauses. Auch der Kostenfaktor ist nicht zu vernachlässigen. Es darf allerdings nicht vergessen werden, dass zuhause nie eine solche Keimfreiheit herrscht, wie im professionellen Umfeld wenn Gläschen produziert werden.

Zeit sparen und gesund Essen, aber wie?

Planung ist alles! Vielleicht nicht ganz alles, aber sie kann Dir auf jeden Fall dabei helfen eine Menge Zeit zu sparen. Durch die Erstellung eines Wochen-Speiseplans kannst Du Deinen Einkauf oder die Vor- und Zubereitung viel besser planen.

Selbstgekochte Breie lassen sich zudem auch hervorragend mit Fertigbreien kombinieren. Ein reiner Gemüse- oder Obstbrei kann ergänzend mit einem selbstgekochten Brei angeboten werden. Auch das Vorkochen erspart Dir viel Stress in Situationen, wenn es für Dein Baby mal wieder nicht schnell genug gehen kann. Vorkochen ist sowohl für einzelne als auch für zusammengestellte Zutaten möglich. Wenn Du eine Auswahl an puren Rohstoffen zubereitest und einfrierst, kannst du die einzelnen Zutaten zudem individuell kombinieren. Orientiere Dich bei der Zusammenstellung einfach an den offiziellen Empfehlungen zum Selbstkochen von Babybrei.

Natürlich können bestimmte Produkte wie Vollkorn-Getreideflocken, zarte Haferflocken oder auch haltbares Obst wie Äpfel auf Vorrat gekauft werden. Achte jedoch auf die richtige Lagerung der Produkte. Hieraus kannst Du ganz einfach einen Obst-Getreide-Brei herstellen. Auch Rohstoffe wie Kartoffel, Kürbis und Karotten können wunderbar auf Vorrat gekauft werden.

Das wichtigste hierbei ist: Setzt Dich nicht unter Druck! Sowohl Fertigkost als auch selbstgekochte Breie sind für Dein Baby gut geeignet.