Was Du übers Stillen wissen musst: 30 Fakten über das Stillen

Es gibt einige Dinge rund ums Stillen, die ganz offensichtlich sind. Andere Themen rund ums Stillen finden manche Eltern heraus, wenn sie die Erfahrung am eigenen Leib gemacht haben. Wie auch immer: Du wirst Deine ganz eigene Stillgeschichte erleben.

Hier folgt nun eine Sammlung an Information, die sicher die eine oder andere Überraschung enthält.

  1. Die Muttermilch passt sich immer optimal an die kindlichen Bedürfnisse an. Nicht nur die Menge ist immer genau richtig, sondern auch die Zusammensetzung. An heißen Tagen beispielsweise ist die Milch eher dünnflüssig, sodass der größere Durst sofort angemessen gestillt werden kann. So ist es nicht nötig, einem voll gestillten Kind zusätzlich Wasser oder Tee anzubieten.
  2. Muttermilch schmeckt zuckersüß.
  3. Ein Neugeborenes findet den Weg zur Brust ganz alleine. Wenn man ein Neugeborenes auf den Bauch der Mutter legt, kann es selbst zur Brust finden und stillen. Geleitet wird das Kind von seinem Geruchssinn und durch seine angeborenen Reflexe kann es sich an die richtige Stelle schieben.
  4. Durch Stillen statt Füttern von Säuglingsmilch sparen Familien viele Hunderte Euro.
  5. Die mütterliche Brust muss nicht auf das Stillen vorbereitet werden. Die Anfangszeit des Stillens dient dem Einpendeln von Aufgaben und Bedürfnissen. Nach den ersten Wochen sollte es sich so eingespielt haben, dass alles reibungslos läuft.
  6. In den ersten Tagen ist das Stillen für viele Frauen zunächst unangenehm oder gar etwas schmerzhaft. Dies dauert einige Zeit, doch wenn diese Anfangshürde genommen ist, sollte das Stillen in den folgenden Monaten keine Schmerzen mehr verursachen.
  7. Jeder Stillenden steht Unterstützung durch Expertinnen zu. Keine Mutter sollte sich alleine mit Stillproblemen herumschlagen, sondern eine Hebamme oder eine Stillberaterin zu Rate ziehen.
  8. Durch das Stillen sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Mutter an Brustkrebs erkrankt.
  9. Stillen allein ist kein sicheres Verhütungsmittel.
  10.  Stillen in der Öffentlichkeit sollte eine uneingeschränkte Selbstverständlichkeit sein, ist es aber erschreckenderweise mancherorts nicht. Du als Stillende sollst aber wissen: Du bist immer im Recht. Es gibt keinen Grund, sich für das Stillen zu schämen oder schuldig zu fühlen. Niemals.
  11.  Stillende Mütter schlafen im Vergleich zu Fläschchen fütternden Müttern durchschnittlich 45 Minuten länger pro Nacht.
  12.  Durch das Stillen wird die enge Beziehung zwischen Mutter und Kind gestärkt.
  13.  In der Muttermilch sind Substanzen enthalten, die sich beruhigend und schlaffördernd auf das Baby auswirken.
  14.  Stillen dient nicht nur der Sättigung, sondern erfüllt auch die Bedürfnisse des Babys nach Nähe, Sicherheit und Geborgenheit.
  15.  Stillen sollte immer nach Bedarf stattfinden. (Es sei denn, es wurde mit einer Fachfrau/einem -mann aus besonderen Gründen etwas anderes abgesprochen.)
  16.  In der Öffentlichkeit zu stillen kann ganz einfach unbemerkt geschehen. Mit ein bisschen Übung und der richtigen, stillfreundlichen Kleidung bekommt keiner mit, dass das Baby gerade stillt.
  17.  Das Risiko des plötzlichen Kindstodes sinkt bei gestillten Kindern.
  18.  Ein gestilltes Kind kann nicht zu viel trinken oder ungesundes Übergewicht entwickeln.
  19.  Stillen hilft der Mutter nach der Geburt zu heilen und wieder fit zu werden.
  20.  Kinder trinken an der Brust immer genau so viel, wie sie brauchen, um satt zu werden, nicht bis das Angebot der Milch ausgeschöpft ist.
  21.  Stillen sollte für die Mutter in einer bequemen Haltung stattfinden. Zum Stillen sollte ganz automatisch dazugehören, dass die Mutter auf ihre Bedürfnisse achtet. Sie sollte es nicht nur bequem haben, sondern auch ausreichend mit Trinken und Essen versorgt sein.
  22.  Ein echter Muttermilchmangel, also die Tatsache, dass die Muttermilch nicht ausreicht, ist in sehr wenigen Fällen gegeben. In fast allen Fällen ist die Menge steigerbar. Im Zweifelsfall sollte unbedingt eine Fachfrau konsultiert werden.
  23.  Der Austausch mit anderen Stillenden kann sehr unterstützend sein. Vielerorts gibt es Stilltreffen.
  24.  Stillen senkt das Risiko des Kindes, an verschiedenen Krankheiten im Laufe seines Lebens zu erkranken.
  25.  Muttermilch ist im Gefrierfach sechs Monate haltbar.
  26.  Es ist unmöglich, eine „normale“ Stilldauer oder einen „normalen“ Stillrhythmus festzulegen. Manche Kinder trinken eher häufig (also beispielsweise alle 1-2 Stunden) und trinken dann mit einem kräftigen Zug für etwa 10 Minuten. Und es gibt Kinder, die trinken nur alle paar Stunden und lassen sich dann während der Mahlzeit richtig viel Zeit, schlummern dabei ein, um dann noch einmal ein paar Schlückchen zu trinken. Eine Mahlzeit kann dann schon mal eine Stunde dauern. Aber auch alles dazwischen gibt es und das ist genau richtig so. Das eigene Stillen mit dem anderer Mütter zu vergleichen ergibt deswegen keinen Sinn.
  27.  Stillen ist ein Lernprozess. Sowohl Du als Mutter als auch Dein Baby dürfen und sollen am Anfang üben – und es steht ihnen immer Unterstützung zu.
  28.  Eine Stillende (ver)braucht mehr Kalorien als eine Schwangere.
  29.  Die Zusammensetzung der Milch verändert sich nicht nur im Laufe einer Mahlzeit und passt sich den kindlichen Bedürfnissen an, sondern auch im Laufe des Tages.
  30.  Wann die richtige Zeit zum Abstillen ist, ist sehr individuell. Grundsätzlich spätestens dann, wenn einer der beiden Stillbeziehungspartner nicht mehr stillen möchte.

Diese Fakten zeigen, wie großartig Stillen ist. Doch es ist wichtig zu betonen, dass Du als Mutter gemeinsam mit Deinem Kind oder auch allein die Entscheidungen bezüglich des Stillens triffst. Es ist Eure Stillbeziehung und Ihr solltet sie so gestalten, dass es sich für Euch richtig anfühlt. Du entscheidest Dich, dass Du so wenig wie möglich in der Öffentlichkeit stillen möchtest? Oder Du entscheidest Dich, Dein Kind als „Langzeitstillende“ so lange (und zwar an jedem Ort, der Euch gefällt) zu stillen, bis Dein Kind sich von selbst abstillt? Du bist Dir sicher, dass das Stillen nach dem ersten halben Jahr langsam durch andere Kost ersetzt werden darf? Wunderbar! Denn es ist ganz allein Deine Entscheidung. Lass sie Dir nicht nehmen. Und wenn Du irgendwann an irgendeinem Punkt Gegenwind bekommst, such Dir Leute, die Dir den Rücken stärken.