Um Milch ranken sich viele Mythen und Legenden. Wir assoziieren sie mit Schönheit, Stärke und Gesundheit – und es gibt sie in so vielen verschiedenen Formen. Muttermilch, Vollmilch, Kindermilch, Ziegenmilch oder auch Sojamilch. Die klassische Milch, die Kuhmilch, gilt als Lieferant essentieller Nährstoffe und Spurenelemente. Sie wird aber auch mit Gesundheitsrisiken, wie Allergien und Unverträglichkeiten, in Verbindung gebracht. Aber ist sie auch für Babys geeignet? Und wenn ja, ab wann?

Kuhmilch – was ist eigentlich drin?

Kuhmilch ist ein sehr komplexes und nährstoffreiches Lebensmittel. Sie besteht aus zahlreichen Proteinen sowie Kohlenhydraten, Vitaminen, Fett, Wasser und Spurenelementen. In unserer Ernährung sind Milch- und Milchprodukte jedoch in erster Linie Kalziumlieferanten. Dieser lebenswichtige Mineralstoff ist vor allem für ein stabiles Knochengerüst und gesunde Zähne Deines Babys verantwortlich. Pflanzliche Lebensmittel, wie Grünkohl oder Spinat, weisen ebenfalls Kalzium auf, jedoch nur in geringeren Mengen.

Braucht mein Baby Kuhmilch?

Mit der Einführung der Beikost stellt der Milch-Getreide-Brei die optimale Kalziumquelle dar. Die herkömmliche Trinkmilch hingegen wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) erst empfohlen, wenn Dein Baby ca. 10–12 Monate alt ist. Für Säuglinge ist Kuhmilch zum Trinken ungeeignet, da sie einen zu hohen Protein- und Mineralstoffgehalt besitzt und nicht reichhaltig genug an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Eisen und Jod ist. Für eine gesunde Entwicklung Deines Babys spielen diese Mikronährstoffe jedoch eine wichtige Rolle. Die Gabe zusätzlicher Milchprodukte kann aufgrund des hohen Proteingehalts im ersten Lebensjahr zudem die kindlichen Nieren belasten. Möchtest Du Deinem Baby mit 10 – 12 Monaten Kuhmilch geben, solltest Du allerdings darauf achten nur pasteurisierte oder hocherhitzte Milch zu verwenden, um Dein Kind vor gefährlichen Keimen, wie beispielsweise EHEC, zu schützen. Manche Kinder reagieren allerdings allergisch auf Kuhmilch. Aber woran erkenne ich eine Kuhmilchallergie?

Symptome einer Kuhmilchallergie

Eine Kuhmilchallergie zeigt sich auf sehr vielfältige Art und Weise. Leider sind die ersten Beschwerden anfänglich oft schwer zuzuordnen. Bei einer Kuhmilchallergie reagiert das Immunsystem der betroffenen Kinder auf das Eiweiß in der Milch. In vielen Fällen verliert sich die Allergie aber glücklicherweise noch im Kindesalter wieder. Folgende Symptome können Anzeichen dafür sein, dass Dein Baby auf Kuhmilch allergisch reagiert:

  • Hautreaktionen, wie Juckreiz und Ausschlag
  • Dein Baby weint und schreit viel
  • Magen-Darm-Probleme, wie Erbrechen, Blähungen, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung
  • seltene Beschwerden können auch Kreislaufprobleme, Atemwegsbeschwerden, wie Asthma, oder ein anhaltender Schnupfen sein
  • Dein Baby hat nur wenig Energie oder Appetit
  • eine zu geringe Gewichtszunahme oder sogar eine Gewichtsabnahme
  • äußerst selten tritt der lebensbedrohliche anaphylaktische Schock ein. Dann solltest Du sofort ärztliche Hilfe holen!

Hast Du den Verdacht, dass Dein Baby auf Kuhmilch allergisch sein könnte, solltest Du umgehend einen Kinderarzt kontaktieren.

Bei acht von zehn Kindern verschwindet die Kuhmilchallergie im Kindesalter wieder. Viele Kinder, die allergisch auf Kuhmilch reagieren, zeigen meist auch eine allergische Reaktion auf Ziegenmilch. Für die Säuglingsnahrung sind Ziegen-, Schafs- oder Stutenmilch aber sowieso absolut ungeeignet! Gleiches gilt übrigens auch für Soja-, Reis-, Dinkel-, Mandel- und Hafermilch. Die Nährstoffzusammensetzung dieser Milchalternativen ist für Babys ungünstig.

Die partiell hydrolysierte Säuglingsersatznahrung (HA-Nahrung) hingegen ist nur für Kinder geeignet, die ein erhöhtes Risiko besitzen an einer Kuhmilchallergie zu erkranken. Babys, die bereits unter einer Kuhmilchallergie leiden, dürfen die HA-Nahrung nicht erhalten, da sie immer noch Teile des Kuhmilcheiweißes enthält.

Unter folgendem Link kannst Du einen Allergie-Risiko-Check für Dein Baby machen.

Was sind die Ursachen einer Kuhmilchallergie?

Das Immunsystem eines Kindes reagiert mit einer Überreaktion auf das Eiweiß in der Kuhmilch, weil es dieses als etwas Gefährliches einstuft. Das löst anschließend die allergischen Symptome aus. In der Milch kommen viele verschieden Eiweiße vor: Kasein, β-Laktoglobulin, α-Laktoglobulin, Laktoferrin, Rinder-Serumalbumine und Immunglobuline. Die meisten Allergien werden durch Kasein und β-Laktoglobulin ausgelöst. Manche Babys reagieren aber auch auf mehrere Eiweiße. Wenn Kuhmilch bei Deinem Baby eine allergische Reaktion auslöst, kann sich das in zwei Formen äußern.

Allergie-Typ-1:

Bei diesem Allergie-Typ kommt es zu einer Sofortreaktion. Das bedeutet, dass Dein Baby unmittelbar nachdem es Kuhmilch zu sich genommen hat, eines oder mehrere der oben genannten Symptome aufzeigt. In etwa 50% der Fälle kommt es zu einer Sofortreaktion, eine Reaktion zeigt sich dann innerhalb von wenigen Minuten.

Allergie-Typ-4:

Bei diesem Allergie-Typ ist die Reaktion deutlich verzögerter. Eine so genannte Spätreaktion zeigt sich erst nach Stunden, manchmal sogar erst nach Tagen.

Was die konkreten Ursachen für eine Kuhmilchallergie sind, ist leider noch nicht hinreichend erforscht. Allerdings besitzen allergiegefährdete Kinder bei einem zu frühen Kontakt mit Kuhmilch ein höheres Risiko eine Allergie zu entwickeln. Ein Grund ist aber wahrscheinlich, dass das Immunsystem und der Magen-Darm-Trakt von Babys noch nicht ausgereift sind, weshalb potentielle Allergene es leichter haben den kleinen Körper zu gefährden. Das eine Allergie beim Stillen aufgrund der Ernährung der Mutter ausgelöst wird, ist eher unwahrscheinlich. Im Gegenteil gilt Stillen sogar als eine der effektivsten Maßnahmen zur Vorbeugung von Allergien.

Kuhmilchallergie vs. Laktoseintoleranz

Eine Kuhmilchallergie und eine Laktoseintoleranz sind nicht das Gleiche. Bei einer Kuhmilchallergie sind Kinder allergisch auf ein oder mehrere Eiweiße in der Kuhmilch. Bei einer Laktoseintoleranz hingegen liegt eine Unverträglichkeit gegen den Milchzucker, auch Laktose genannt, vor. Den Betroffenen fehlt in diesem Fall das Enzym Laktase, welches den Milchzucker (Laktose) in weitere Bestandteile spalten kann. Ohne das Enzym Laktase ist keine Spaltung möglich und die Laktose kann nicht aufgenommen werden. Der ungespaltene Milchzucker gelangt in den Dickdarm, wo er von Bakterien vergoren wird. Menschen mit einer Laktoseintoleranz bekommen dadurch oftmals Blähungen und schlimme Bauchschmerzen. Auch wenn die Symptome oft ähnlich sind, handelt es sich hierbei um zwei verschiedene Erkrankungen.

Was hilft bei einer Kuhmilchallergie?

Hast Du den Verdacht, dass Dein Baby eine Kuhmilchallergie besitzt, solltest Du das umgehend von einem allergologisch spezialisierten Kinderarzt abklären lassen. Der Kinderarzt wird dann entsprechende Tests durchführen und alles Weitere mit Dir besprechen. Eine Kuhmilchallergie lässt sich leider nicht heilen. Die Symptome und Beschwerden können nur verhindert werden, wenn Kuhmilch und alle daraus hergestellten Produkte gemieden werden. Die Kuhmilch im Milch-Getreide-Brei wird dann meistens durch eine hochwertige, hypoallergene Spezialnahrung ersetzt. Eine solche Umstellung sollte aber immer von einem Kinderarzt begleitet werden. Bei vielen Kindern entwickelt sich eine Kuhmilchallergie wieder von selbst zurück, wenn nicht, muss allerdings weiterhin auf Kuhmilchprodukte verzichtet werden. Ein Arzt kann dies mittels eines Provokationstest feststellen.

Wie kann ich das Risiko einer Erkrankung senken?

Die Vermeidung von Tabakrauch und das Stillen sind die beiden besten Maßnahmen, um die Entwicklung einer Allergie vorzubeugen. In den ersten Lebensmonaten sollte Dein Baby darüber hinaus keine Kuhmilch erhalten. Mit der Einführung der Beikost ist Dein Kind zwischen dem 6.-8. Monat bereit für den Milch-Getreide-Brei. Ein verzögerter Kontakt mit Kuhmilch schützt Dein Baby nicht vor möglichen Allergien. Es wird davon ausgegangen, dass die frühzeitige Einführung potentieller Nahrungsmittelallergene sich sogar positiv auf die Toleranzentwicklung auswirkt. Muttermilch oder ersatzweise Säuglingsmilchnahrung versorgt Dein Baby die ersten 4-6 Monate erst einmal mit allen wichtigen Nährstoffen und Spurenelementen. Besitzt Dein Kind ein erhöhtes Risiko an einer Kuhmilchallergie zu erkranken, ist es am sinnvollsten auf HA-Nahrung zurückzugreifen. Halte dabei jedoch vorab Rücksprache mit einem Kinderarzt.

Wenn Du noch mehr über das Thema Allergieentwicklung wissen möchtest, dann findest Du auf unserem Blog den Artikel Allergien vorbeugen – was kann ich als Mutter tun?, der viele weitere interessante Informationen bereithält.


Allergie-Prävention leicht gemacht

Für Dein Baby ist es eine der aufregendsten Zeiten jeden Tag neue Geschmäcker zu entdecken. Mamas Essen probieren, an einem Zwieback lutschen oder einen neuen Gemüsebrei testen. Alles Neue aus zu probieren macht Deinem Baby Spaß. Obwohl das Allergierisiko eines Babys erhöht ist, ist die Meinungen, dass bestimmte Lebensmittel gemieden werden sollten, veraltet. Experten sind heutzutage der Ansicht, dass ein früher Kontakt mit bestimmten Lebensmittel sogar Allergien vorbeugen kann.

Entwickelt Dein Baby gegenüber einem bestimmten Lebensmittel eine Unverträglichkeit ist in erster Linie der Magen-Darm-Trakt betroffen. Hierzu gehören Bauchschmerzen, Koliken, Blähungen, Durchfall und in einigen Fällen übergibt sich Dein Baby sogar. Wenn Du eine Lebensmittel-Intoleranz Deines Babys vermutest, solltest Du ebenfalls einen Arzt um Rat bitten und Dein Baby auf das spezifische Lebensmittel testen lassen.

Was ist eigentlich eine Allergie?

Eine Allergie ist eine immunbiologische Überempfindlichkeit gegen körperfremde Stoffe. Das körpereigene Abwehrsystem bildet Antikörper gegen diese körperfremde Substanz, auch Antigene oder Allergene genannt. Aus diesem Grund entsteht eine Reaktion, die unterschiedlich ausfallen kann.

Nahrungsmittelallergien und Intoleranzen lösen teilweise die gleichen Symptome aus, die Ursache ist jedoch eine komplett unterschiedliche. Bei einer Allergie führen harmlose und unschädliche Stoffe aus der Umwelt dazu, dass eine überschießende Reaktion des Immunsystems stattfindet. Dafür reichen bereits kleinste Mengen aus. In vielen Fällen verursacht eine Nahrungsmittelallergie eine sofortige Reaktion. Von einer Intoleranz spricht man hingegen, wenn eine Unverträglichkeit vorliegt, die auf eine Stoffwechselstörung zurückzuführen ist. Die Ursachen können hierbei ganz unterschiedlich sein. Intoleranzen hängen oft mit einem Enzymdefekt oder Enzymmangel zusammen. Im weiteren Sinne zählen diese beide zu den Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Wie unterscheide ich eine Allergie von einer Unverträglichkeit?

Bei einer Nahrungsmittelallergie kannst Du eine Reaktion bereits direkt oder bis zu einer Stunde nach Genuss des allergenen Lebensmittels feststellen. Die Symptome treten also meist sehr schnell auf. Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ruft erst wesentlich später eine Reaktion hervor. Dieser Zeitraum kann kann zwischen Stunden und Tagen variieren. In den meisten Fällen betrifft die Reaktion den Verdauungstrakt.

Wenn ich unter einer Allergie leide, vererbe ich diese automatisch an mein Kind?

Eine direkte Vererbung ist prinzipiell nicht möglich, allerdings ist die Veranlagung für die Entwicklung einer Allergie vererbbar. Kurz gesagt bedeutet dies, dass Dein Kind eher dazu tendiert eine Allergie zu entwickeln wenn Du oder Dein Partner bzw. Deine Partnerin an einer Allergie leiden. Das Risiko für Dein Baby selbst an einer Allergie zu erkranken steigert sich erneut, wenn Ihr Beide allergisch seid. Darüber ist entscheidend, ob Dein Kind bereits Geschwister hat, die unter einer Allergie leiden. Im Allgemeinen ist die Verwandtschaft ersten Grades entscheidend.

Das Allergierisiko in Abhängigkeit von der familiären Belastung

Kein Elternteil allergisch 15 Prozent
Ein Geschwisterkind allergisch 25 – 35 Prozent
Ein Elternteil allergisch 20 – 40 Prozent
Beide Elternteile allergisch 50 – 60 Prozent
Mit gleicher Krankheit allergisch 60 – 80 Prozent

Wie kann ich Allergien und Unverträglichkeiten vorbeugen?

Allergien nehmen heutzutage immer weiter zu. Woran es liegt, kann momentan noch nicht genau gesagt werden. Es gibt jedoch eine Reihe von Maßnahmen die Du ergreifen kannst, um das Risiko einer allergischen Erkrankung für Dein Kind zu reduzieren, sowohl in der Schwangerschaft, als auch während der Stillzeit und mit der Einführung der Beikost.

1. Phase der Allergievorbeugung – in der Schwangerschaft

Viele der bisher geltenden Richtlinien für Schwangere und stillende Mütter wurden durch neue Studien widerlegt. Des Weiteren ist es sogar förderlich, dass Dein Baby bereits im Mutterbauch mit einigen Lebensmittel in Kontakt kommt. Zu diesen Lebensmitteln gehören zum Beispiel Fisch, Eier und Weizen, welche als allergieauslösend gelten. Diese Annahme ist jedoch überholt und somit musst Du als Mutter nicht auf Fischgerichte verzichten. Ebenso wird immer wieder gesagt, dass das Stillen von Babys das Allergierisiko senken kann, doch stimmt dieses?

Ernähre Dich ausgewogen und abwechslungsreich, das ist das Beste für Dein Kind. Als Allergikerin solltest Du natürlich trotzdem weiterhin auf Deine Allergene verzichten. Von Diäten während der Schwangerschaft wird konsequent abgeraten. Unbedingt solltest Du zudem Tabakrauch meiden. Rauch, ob aktiv oder passiv, schädigt nicht nur die Atemwege sondern erhöht auch enorm das Risiko für Dein Baby eine Allergie zu entwickeln. Das gleiche gilt auch für Luftschadstoffe. Auch sie können die Entwicklung einer Allergie fördern.

2. Phase der Allergievorbeugung – während der Stillzeit

Experten, wie die WHO, empfehlen noch immer Babys bis zum 6. Monat ausschließlich zu stillen um Allergien vorzubeugen. Die Muttermilch ist allergenarm und schützt dadurch die Darmschleimhaut Deines Babys vor Allergenen. Nach neuen Erkenntnissen, solltest Du als Mutter gerade in dieser Zeit nicht auf allergene Lebensmittel, wie Beispielsweise auf Hühnerei und Milch, verzichten. Laut Ärzten und Wissenschaftlern gilt der frühe Kontakt mit allergenen Stoffen in kleiner Dosis als förderlich für die Gesundheit Deines Babys.

Das Beste was Du machen kannst, um Allergien bei Deinem Baby vorzubeugen, ist zu stillen. Jedoch schützt auch Stillen Dein Kind nur in Gewissem Umfang, eine hundertprozentige Garantie gibt es leider nie. Der vorbeugende Effekt konnte dabei ausschließlich in den ersten 4 Lebensmonaten nachgewiesen werden. Entscheidend ist dabei, dass Du auch in den ersten Tagen nach der Geburt, wenn die Muttermilch vielleicht noch nicht so reichlich fließt, nicht auf herkömmliche Säuglingsmilchnahrung zurück greifst. Auch während der Stillzeit solltest Du Dich ausgewogen und abwechslungsreich ernähren. Ist Dein Kind bereits allergiegefährdet, gibt es dafür eine speziell entwickelte HA-Nahrung. Dein Kinderarzt wird Dich in diesem Fall gern unterstützen.

Hat mein Baby ein größeres Allergierisiko, wenn ich nicht stille?

Wenn Du dein Baby nicht stillst, gibt es einige Dinge, welche Du im Bezug auf das Allergierisiko Deines Babys bei einer alternativen Milchnahrung beachten solltest. Ist Dein Baby als ein Risikokind eingestuft, sollte es in den ersten 4 Monaten hypoallergene Nahrung, so genannte HA-Milch bekommen. Hierbei ist der Eiweißanteil soweit abgebaut, dass der Körper diese nicht mehr als Fremdkörper erkennt. Wird ein erhöhtes Allergierisiko erst zu einem späteren Zeitpunkt festgestellt, zu dem bereits gestillt wurde, führt ein Umstieg auf HA-Milch meist zur Ablehnung der Milch. HA-Milch ist um einiges bitterer als die eher süßliche Muttermilch. Wurde bei Deinem Baby eine Kuhmilchallergie nachgewiesen, solltest Du auf die alternative HA-Milch verzichten, da diese bei Deinem Babys eine schwere allergische Reaktion auslösen kann. Die HA-Milch besteht aus größeren Bestandteilen des Kuhmilcheiweißes, als Kuhmilch selbst. Somit eignet sich HA-Milch rein zur Vorbeugung einer Allergie, jedoch nicht zur Behandlung. In diesem Fall solltest Du einen Arzt aufsuchen, um die beste Lösung für Dich und Dein Baby finden.

3. Phase der Allergievorbeugung – Einführung der Beikost

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung empfiehlt, dass Dein Baby frühestens im fünften und spätestens im siebten Monat die erste Beikost erhalten sollte. Achte darauf, dass Du die empfohlenen Breie Schritt für Schritt einführst. Zu Beginn der Beikost braucht Dein Kind noch keine große Abwechslung, sondern eine langsame Gewöhnung an die verschiedenen Nahrungsmitteln. Mit der Einführung der Beikost sollte Dein Baby dann mit der Einführung der verschiedenen Breie bereits langsam mit Kuhmilch oder auch Weizen in Kontakt kommen.

Unter folgenden Link kannst Du einen Allergie-Risiko-Check für Dein Baby machen.

Spezialfall Zöliakie

Bei einer Zöliakie handelt es sich um eine Mischung aus Allergie und Autoimmunerkrankung, bei der die Betroffenen eine Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten aufweisen. Gluten ist in bestimmten Getreideprodukten wie Roggen, Hafer, Weizen, Gerste, Dinkel und Grünkern enthalten. Zöliakie-Patienten leiden dabei unter einer chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut. Typische Symptome im Säuglings- und Kleinkindalter sind ein stark aufgeblähter Bauch, Durchfall, Erbrechen, Wesensveränderungen, Appetitlosigkeit und ein verringertes Wachstum. Wird bei Deinem Kind eine Zöliakie diagnostiziert, benötigt es eine glutenfreie Ernährung, denn eine ursächliche Behandlung ist momentan noch nicht möglich. Dies bedeutet, dass alle Nahrungsmittel, die eins der genannten Getreide enthalten, vom Speiseplan Deines Kindes gestrichen werden müssen.

Viele verarbeitete Produkte wie Nudeln, Brot, Brötchen oder auch Milchbreie mit Hafer sind glutenhaltig.

Kann ich eine Zöliakie vorbeugen?

In Deutschland besitzen 30-40% der Bevölkerung eine genetische Veranlagung für die Entwicklung einer Zöliakie. Aber nicht mal ein Prozent erkrankt tatsächlich. Erst durch äußere Einflüsse kann es dazu kommen, dass eine Zöliakie ausbricht. In vielen Studien wird der Zusammenhang von Stillen und glutenhaltiger Beikost im fünften bis sechsten Monat diskutiert. Dieser Zusammenhang konnte bisher jedoch durch keine wissenschaftliche Studie bestätigt werden. Somit wird bisher auf die bestehenden Pläne der Beikosteinführung verwiesen.

Welche Umweltfaktoren beeinflussen die Entwicklung von Allergien?

Allergien können stark von der Umwelt beeinflusst werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist Tabakrauch – sowohl aktiv als auch passiv. Jede nicht gerauchte Zigarette kommt Deinem Kind dabei zugute. Luftverschmutzung und Autoabgase lassen sich leider nicht komplett meiden. Hausstaubmilben auf der anderen Seite sind oft nur zu einem geringen Maß vorhanden, außerdem kann eine normales Maß an Hausstaubmilben sogar die Immunabwehr fördern und einer Allergie vorbeugen. Ähnliches gilt für Haustiere. Lebt in Deinem Haushalt schon ein fell-tragendes Haustier, muss dieses natürlich nicht abgeschafft werden sobald ein Baby unterwegs ist. Allerdings sollte auch kein Haustier zusätzlich angeschafft werden, wenn Du Dich in der Schwangerschaft befindest. Allgemein gilt jedoch, dass allergiegefährdete Babys in einer katzenfreien Umgebung besser aufgehoben sind. Aber auch schlechte Luft, Schimmel, Feuchtigkeit oder Schadstoffe in Farben und neuen Möbeln können Allergien fördern. Regelmäßiges Lüften und lösungsmittelarme Substanzen, die mit dem blauen Engel gekennzeichnet sind, können dabei helfen die Allergieentwicklung zu minimieren.

Allergiepräventions-Richtlinien – warum werden diese stetig verändert?

Warum sind heute Dinge widerlegt, welche letztes Jahr noch in den Allergiepräventions-Richtlinien geführt wurden? Dies kann unterschiedliche Gründe haben: es werden stetig neue Studien durchgeführt, die zu einem großen Wissenszuwachs führen. Somit entstehen neue Richtlinien und alte werden widerlegt. Darüber hinaus wurde in den letzten Jahren der Konsens gebildet, dass nur noch Richtlinien herausgegeben werden dürfen, welche durch methodisch hochwertige Studien belegt werden konnte. Dies hat zur Folge, dass ausgesprochene Empfehlungen einer höheren Qualität entsprechen.

Wie halte ich das Allergierisiko meines Babys bei dem Start in die Beikost möglichst klein?

Um Allergien vorzubeugen, findet der Start in die Beikost optimalerweise nach Vollendung des 4. Monats statt. Bis dahin solltest Du Dein Baby ausschließlich stillen oder mit Muttermilchersatz ernähren. Ein früher Kontakt mit Lebensmitteln beugt jedoch dem Risiko von Allergien Deines Babys vor. Dies gilt für allergiegefährdete sowie für nicht gefährdete Babys. Aktuelle Studien widerlegen, dass Risiko und nicht-Risiko Kinder unterschiedlich essen sollten. Zu beachten ist jedoch, dass Du die Einführung in die Beikost nicht mit dem Abstillen gleichsetzt.

Des Weiteren ist bei der Beikosteinführung sinnvoll, neue Nahrungsmittel einzeln einzuführen. Das heißt, dass Du Deinem Baby über mehrere Tage ein neues Lebensmittel gibst und beobachtest, wie es darauf reagiert. So können mögliche Unverträglichkeiten leicht erkannt werden.

Gibt es Lebensmittel auf die ich ganz verzichten sollte?

Es gibt einige Lebensmittel, welche zwar als allergieauslösend gelten, auf die Du und Dein Baby nicht verzichten sollten. Im Folgenden findest Du einige Lebensmittel, bei welchen Du bei der Einführung besonders auf eine mögliche allergische Reaktion achten solltest.

Kuhmilch

Kuhmilch galt für lange Zeit als stark allergenes Lebensmittel. Der Rat Deinem Baby im ersten Lebensjahr keine Kuhmilch zu geben, gilt heutzutage jedoch als Mythos. Es gilt sogar als förderlich, wenn Dein Baby im ersten Lebensjahr allergieauslösende Lebensmittel kennen lernt, um möglichen Allergien entgegenzuwirken. Vorerst wird Dein Baby Milch im Milch-Getreide Brei kennen lernen. Ab dem 12. Monat kannst Du Deinem Baby zusätzlich Vollmilch als Getränk anbieten.

Erdbeeren

Erdbeeren sowie Himbeeren können im Einzelnen bei Babys Allergien hervorrufen. Du solltest sie Deinem Baby jedoch auch nicht vor dem 6. Monat anbieten. Wenn eine allergische Reaktion auftritt, fällt diese meist mild durch einen Ausschlag rund um den Mund auf. Du kannst sie deinem Baby also bedenkenlos zum Probieren geben und im Falle einer allergischen Reaktion zukünftig aus dem Ernährungsplan streichen.

Eier

Hartgekochte Eier kannst Du Deinem Baby ab einem Alter von 6. Monaten unbedenklich geben. Rohe Eier hingegen sollten gemieden werden. Sie könnten Salmonellen-Bakterien enthalten, welche wiederum eine Lebensmittelallergie hervorrufen können. Somit sollte Dein Baby keinerlei rohen Kuchenteig, Tiramisu oder Mayonnaise bekommen – welches generell keine Speisen sind, die auf dem Speiseplan Deines Babys stehen sollten.

Fisch

Der Darm Deines Babys tut sich zu Beginn noch schwer Eiweiß zu spalten und löst somit eine allergische Reaktion aus. Für lange Zeit galt unter anderem Fisch als ein allergieauslösendes Lebensmittel. Doch auch Fisch gehört zu den Produkten, die Dein Baby ohne Probleme bereits mit der Einführung des Gemüse-Fleisch-Breis kennenlernen sollte. Heutzutage gilt, je früher Dein Baby mit Fisch in Berührung kommt, umso geringer ist das Risiko eine Fischallergie zu entwickeln.

Getreide

Glutenhaltige Lebensmittel, wie Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und Dinkel solltest Du Deinem Baby nicht vorenthalten. Das Füttern dieser glutenhaltigen Lebensmittel kann bei Deinem Baby wie eine Impfung gegen Zöliakie wirken. Eine Zöliakie hingegen ist eine Unverträglichkeit gegen das Getreideeiweiß Gluten. Die genetische Veranlagung sie zu entwickeln besteht bei 30 bis 40 Prozent der Deutschen Bevölkerung. Dieses heißt jedoch nicht, dass diese auch ausbrechen muss. Studien zeigen jedoch, dass ein früher Kontakt mit dem Kleber-Eiweiß Gluten einen Ausbruch der Krankheit begünstigen kann.

Soja-Lebensmittel

Soja kann wie Kuhmilch eine allergene Reaktion gegen das Sojaeiweiß hervorrufen. Sojaprodukte weisen meist einen hohen Gehalt an Phytoöstrogenen auf, welche eine ähnliche Wirkung haben wie das weibliche Geschlechtshormon Östradiol. Sie bestehen aus sogenannten Isoflavonen und haben eine ähnliche Wirkung wie Hormone. Sie können sich mit Rezeptoren im Gehirn, der Leber oder Geschlechtsorganen verbinden und sich auf das natürlich Gleichgewicht der Hormone Deines Babys auswirken. Darüber hinaus zeigen Studien, dass Babys, welche früh mit Soja-Produkten in Berührung kamen, eher an einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse leiden. Jedoch ist die genaue Wirkung von Soja bis heute nicht geklärt.

Ziegen und Stutenmilch

Das Eiweiß der Ziegen- und Stutenmilch gleicht dem der Kuhmilch sehr stark und gilt somit ebenfalls als stark allergieauslösend, denn das Eiweiß aus Ziegen- und Stutenmilch ist für Babys genauso fremd wie das Eiweiß aus Kuhmilch. Aus diesem Grund ist diese Milch keine Alternative für die Ernährung Deines Babys. Darüberhinaus verfügt diese vermeintliche Milchalternative nicht über ausreichend Nährstoffe, um Dein Baby optimal zu versorgen. Für Dein Kind ist sowohl Kuh-, Ziegen- und Stutenmilch im ersten Lebensjahr absolut ungeeignet.

Nüsse

Du solltest Deinem Baby keine ganzen Nüsse geben, da es sich leicht an diesen verschlucken kann. Gemahlene Nüsse sind jedoch unbedenklich, diese darf Dein Baby ab dem 6. Monat essen. Laut dem Forschungsinstitut für Kinderernährung gehören Nussprodukte aber nicht grundsätzlich in den Ernährungsplan im ersten Lebensjahr.

Honig

Jede Mutter weiß: Zucker ist im ersten Lebensjahr tabu – aber wie sieht es eigentlich mit Honig aus? Honig ist ein Naturprodukt und kann demnach Bakterien beinhalten. Diese können in einzelnen Fällen den Darm Deines Babys angreifen, welches auch Säuglings-Botulismus genannt wird und eine bakterielle Lebensmittelvergiftung hervorruft. Aus diesem Grund solltest Du auch unbedingt Honig aus dem Ernährungsplan Deines Babys streichen.

Käse

Milchprodukte wie Käse, Joghurt oder Quark sind für Dein Baby nicht geeignet. Diese Produkte haben ein sehr hohen Eiweißgehalt und verfügen nicht über ausreichend Nährstoffe, wie Zink, Eisen und Jod, welche Dein Baby gerade in dieser Zeit benötigt. Aus diesem Grund ist es ratsam, Milchprodukte mit Einführung der Familienkost einzuführen.