Spinat – damit mein Kind so stark wie Popey wird

Spinat stellt ein vielfältiges, wenn auch schwieriges Lebensmittel dar. Es ist ein sehr kontroverses Gemüse, die einen lieben es, den anderen bereitet nur der Gedanke daran ein ungutes Gefühl. Viele Kinder stehen Spinat doch erst einmal kritisch gegenüber, da er oftmals einen recht bitteren Geschmack aufweist. Andere Kinder verspeisen Spinat aber umso lieber. Und dann hast Du sicherlich auch schon die ganzen unterschiedlichen Geschichten gehört, dass man bei Spinat im Bezug auf Babys besonders achtsam sein sollte. Worauf sollte ich also achten und ab welchem Monat kann ich es meinem Baby anbieten?

Was ist wichtig bei der Zubereitung von Spinat?

In konventionellen Babygläschen wird Spinat bereits für Kinder nach dem 4. Monat angeboten. Wenn Du den Spinat für Dein Baby selbst zubereiten möchtest, sehen die Richtlinien etwas anders aus. Es gibt ein paar Punkte die Du beachten kannst, damit Dein Baby das grüne Gemüse gut verträgt. Wir empfehlen Dir Deinem Kind Spinat erst ab dem 10. Monat zu geben, da das grüne Blattgemüse sehr nitrathaltig ist.

Der Nitratgehalt im Spinat

Spinat zählt ebenso wie Grünkohl und Rettich zu den besonders nitrathaltigen Gemüsesorten. An sich diese erstmal nicht weiter schädlich. Jedoch solltest Du bei der Zubereitung auf ein paar Tipps und Tricks achten.

Der Nitratgehalt in Spinat wird für sein Wachstum und den Stoffwechsel benötigt. Natürlicherweise kommt Nitrat schon im Boden vor und wird konventionellem Dünger oftmals hinzugegeben. Überschüssiges Nitrat wird hierbei im Spinat gespeichert. Durch bakterielle Prozesse kann es mit der Zeit in Nitrit und anschließend zu giftigen Nitrosaminen umgewandelt werden. Vor dieser Umwandlung ist Nitrat für Dein Baby nicht schädlich. Das umgewandelte Nitrat in Nitrit besitzt allerdings eine gesundheitsgefährdende Wirkung. Um diese Bildung zu unterbinden raten wir Dir den Spinat gekühlt und nicht bei Zimmertemperatur zu lagern. Denn in warmen Umgebungen vermehren sich Bakterien besonders schnell.

Sollte ich frischen oder tiefgekühlten Spinat verarbeiten?

Prinzipiell ist beides möglich. Spinat sollte Dein Kind allerdings nicht vor dem 10. Lebensmonat erhalten. Erntefrischer Spinat weist die höchste Nährstoffdichte auf. Allerdings nur die ersten ein bis zwei Tage nach der Ernte. Ist der Spinat bereits ein paar Tage alt, besitzt er einen viel geringeren Nährstoff- und Vitaminanteil als tiefgekühlter Spinat. Tiefgekühlter Spinat wird direkt nach der Ernte schockgefrostet. Das hat den Vorteil, dass eine Menge Nährstoffe und Vitamine erhalten bleiben. Roher Spinat hingegen, der ja gerade im Frühling und Sommer gern als Salat verzehrt wird, ist für Dein Baby aufgrund des hohen Säuregehalts absolut ungeeignet. Auch Kleinkinder sollten noch keinen rohen Spinat essen.

Worauf sollte ich beim Kochen von Spinat achten?

Frischer Spinat besitzt nur eine sehr kurze Haltbarkeit. Wenn Du ihn nicht zeitnah verarbeitest, kann er maximal zwei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Das Abdecken mit einem feuchten Tuch verlangsamt das Verwelken der Blätter zusätzlich. Wir würden empfehlen frischen Spinat am gleichen Tag zu kaufen, an welchem dieser auch verarbeitet wird. Als Zubereitungsmethode kommt am besten das Blanchieren oder Dünsten in Frage. Hierbei bleibt die größte Menge an Nährstoffen erhalten und der Nitratgehalt wird verringert. Zusammen mit etwas Wasser kannst Du den Spinat in einem Topf bei kleiner Hitze auftauen lassen. Eine andere Methode wäre den Spinat über Nacht im Kühlschrank langsam auftauen zu lassen, dann ist er kürzerer Hitze ausgesetzt und wird somit schonender zubereitet. Im Anschluss dann einfach mit pürieren. Nach dem Pürieren einfach noch etwas Öl mit untermischen. Kinder sollten Spinat jedoch nicht zu oft essen, denn in Spinat ist Oxalsäure enthalten. Oxalsäure ist in der Lage an Calcium binden, wodurch dieses dem Körper entzogen wird. Deshalb wird empfohlen zum Spinat einen Schuss Milch hinzuzugeben, damit das Calcium nicht aus den Knochen abgebaut wird. Dies solltest Du natürlich nur machen, wenn Dein Kind mit der Einführung der Beikost bereits den Milch-Getreide-Brei enthalten hat und diesen ebenfalls gut verträgt.

Darf ich Spinat ein zweites Mal erwärmen?

Die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit erfolgt vor allem bei Zimmertemperatur. Im Kühlschrank wird das Bakterienwachstum zum großen Teil eingedämmt, wodurch die Bildung von Nitrit weitestgehend unterbunden werden kann. Diese Aussage ist somit veraltet. Früher gab es noch keine Kühlschränke und Lebensmittel konnten nur bei Zimmertemperatur gelagert werden. Für Erwachsene gilt aufgewärmter Spinat, wenn dieser richtig gelagert wurde, heute als unbedenklich. Dein Baby sollte jedoch keinen aufgewärmten Spinat verzehren, denn bei deinem Baby haben bereits viel geringere Mengen Nitrit eine viel größere Auswirkung und können für dein Kind gefährlich sein.

Wieso ist Nitrit gefährlich?

Nitrit kann in zweierlei Hinsicht eine schädliche Wirkung besitzen. Zum einen kann ein zu hoher Nitritgehalt dazu führen, dass der Sauerstofftransport in den roten Blutkörperchen gestört wird, wodurch ein Sauerstoffmangel ausgelöst werden kann. Ein Sauerstoffmangel kann im schlimmsten Fall zu Blausucht führen. Zum anderen kann Nitrit durch die Reaktion mit Aminen zu Nitrosaminen umgewandelt werden. Unterschiedliche Studien zeigen, dass Nitrosamine eine krebserregende Wirkung aufweisen. Um Dein Baby nicht zu gefährden, solltest Du also lieber darauf verzichten den Spinat noch einmal aufzuwärmen. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sollten Kinder mit bakteriellen Magen-Darm-Infektionen ganz auf den Verzehr von Spinat verzichten. Das Risiko eines nicht ausreichenden Sauerstofftransports ist in diesem Fall besonders hoch.

Kann ich den Nitratgehalt von Lebensmitteln verringern?

Den Nitratgehalt von vornherein zu verringern geht ganz einfach, indem Du beim Kauf auf Lebensmittel mit Bio-Qualität achtest. Auf der einen Seite ist Nitrat bereits im Boden vorhanden, denn Pflanzen benötigen dieses für ihren Stoffwechsel. Auf der anderen Seite darf beim Anbau von konventionellem Gemüse Nitrat zusätzlich im Dünger vorhanden sein. Schlussfolgernd ist die Nitrat Belastung in Bio-Produkten geringer. Des Weiteren reichert sich Nitrat vor allem in den wasserleitenden Segmenten der Pflanze an. Hierzu gehören beim Spinat die Stiele sowie die Blattrispen. Möchtest Du den Nitratgehalt also reduzieren, kannst Du ganz einfach die Stiele und Blattrispen, beim Putzen des Gemüses, entfernen.

Fun Fact: Obwohl Nitrat vor allem in den wasserleitenden Segmenten einer Pflanze vorkommt, ist der Stoff selbst wasserlöslich. Das heißt für Dich, dass Du den Nitratgehalt bereits durch das waschen des frischen Spinats senken kannst. Das Kochwasser, welches du zum Dünsten oder Blanchieren genutzt hast, solltest Du jedoch in diesem Fall weggießen. (Hierbei ist Spinat jedoch eine Ausnahme.)

Der Spinatmythos

Auch wenn der Mythos mittlerweile als entlarvt gilt, hält sich die Annahme teilweise immer noch, dass Spinat ein sehr eisenreiches Lebensmittel ist. Jahrzehntelang wurde Kindern deshalb vermehrt Spinat vorgesetzt. Die Behauptung beruht auf einer Untersuchung des Mediziners Gustav von Bunge. Dieser bestimmte den Eisengehalt von 100 g Spinatpulver auf einen Wert von 35 mg. Frischer Spinat enthält aufgrund seines hohen Wassergehalts im Gegensatz dazu aber 10 mal weniger Eisen als das untersuchte Spinatpulver. Das geriet allerdings bald in Vergessenheit und der Mythos vom eisenreichen Spinat setzte sich durch. Auch wenn Spinat nicht die Mengen an Eisen enthält die ihm einst zugeschrieben wurden, zählt er mit 3,5-4 mg/100 g trotzdem zu den eher eisenhaltigen Gemüsen.

Zum Schluss ist noch zu sagen, dass Spinat neben Eisen eine zahlreiche Anzahl anderer Vitamine und Spurenelemente enthält. Spinat ist reich an Kalium, Magnesium, Vitamin C und Beta-Carotin, der Vorstufe von Vitamin A. Das grüne Gemüse darf also ab und zu gern mal auf dem Speiseplan Deines Kindes stehen. Achte nur darauf, dass er frisch ist und biete ihn Deinem Baby erst gegen Ende des 1. Lebensjahres an.