Fertig & gesund – mit gutem Gewissen Fertigprodukte füttern

Wenig Zeit haben, aber stets das Beste für Dein Kind wollen – dieses Dilemma kennst Du vielleicht auch. Kochen, egal ob für Groß oder Klein ist mit Aufwand verbunden, den man nicht jeden Tag bewältigen kann oder möchte – und das ist auch vollkommen in Ordnung. Inzwischen gibt es viele gute Alternativen zu selbst gekochtem Babybrei zu kaufen. Bei der Auswahl der Fertiggerichte solltest Du jedoch einige Dinge beachten.

Worauf sollte ich achten, wenn ich fertige Babynahrung kaufe?

Wir haben Dir eine kleine Checkliste mit neun Hauptpunkten zusammengestellt, worauf Du beim Kauf von Fertigprodukten achten solltest – denn nicht überall ist nur das drin, was drauf steht.

  1. Sind die Inhaltsstoffe aus ökologischem Anbau gewonnen?
  2. Sind nur die Zutaten drin, die auch drauf stehen?
  3. Wurde auf Salz und Gewürze verzichtet?
  4. Zucker ist in jeglicher Form unnötig, vor allem Honig, Glucose, Saccharose, Fructooligosaccharide, Maltodextrin, Milchzucker, Traubenzucker.
  5. Zusatzstoffe sind überflüssig – es sollten keine Aromen oder Nüsse enthalten sein.
  6. Weniger ist mehr – Kein Fertigprodukt sollte mehr als 4 Zutaten beinhalten.
  7. Fertignahrung verfügt meist über einen zu geringen Fettanteil. Deshalb ist es ratsam, dass Du beim Erhitzen des Breis einen Esslöffel Öl hinzu gibst.
  8. Bereits fertig angemischter Mich-Brei ist überflüssig. Oft wird unnötiger Zucker hinzu gegeben oder andere Stoffe, wie Maltodextrin, welches eine Kohlenhydrat-Gemisch ist und im weitesten Sinne eine Zuckerverbindung darstellt. Ebenfalls solltest Du auf den Inhalt von Palmfett verzichten, da dieses aus ungesunden Fettsäuren besteht. Der Zusatz von Jod ist jedoch in Ordnung.
  9. Achte bei Getreide-Obst-Brei noch einmal verstärkt darauf, dass keine Form von Zucker hinzugegeben wurde. Bei dem Getreide-Zusatz sollte es sich um Getreide in der Vollkorn Variante handeln.

Hilfe, ich finde vor lauter Babybreien nicht den richtigen!

Die wichtigsten Regeln im Bezug auf Fertigbrei haben wir Dir bereits genannt. Wenn Du Dir diese neun Punkte beim Einkauf in Erinnerung rufst, dann kannst Du eigentlich gar keinen “falschen” Brei kaufen.

Im Folgenden bekommst Du noch einmal einen genauen Überblick über die einzelnen Brei-Kategorien und worauf Du bei den unterschiedlichen Sorten verstärkt achten solltest, um eine optimale Ernährung Deines Babys zu garantieren.

Ein großer Vorteil der Fertignahrung ist, dass im Babynahrungs-Bereich sehr hohe Pestizid- und Hygienestandards gelten. Diese Keimfreiheit garantiert Dir einen hohen Standard der fertigen Babynahrung im Allgemeinen.  Es dürfen zum Beispiel nur Gemüse und Obstsorten aus nachgewiesenem ökologischen Anbau verarbeitet werden von den einzelnen Herstellern. Da dieser Standard stetig kontrolliert wird, kannst du beruhigt nach Fertigprodukten greifen. Diese Vorschriften sind sogar so streng, dass man davon ausgehen kann, dass Selbstgekochtes diese Vorschriften nicht erfüllen würde. Aber keine Sorge – das bedeutet nicht, dass wir davon abraten Babybrei selbst zu kochen. Wir wollen Dir nur vor Augen führen, dass Fertigprodukte bei Weitem weniger schlecht sind als vielleicht ihr Ruf.

Gemüse immer in Reinform

Purer Gemüsebrei sollte immer aus nur einer Gemüsesorte und Wasser bestehen. Jegliche andere Zusatzstoffe sind hier überflüssig.

Fleisch und Fisch

Stiftung Warentest und ÖKO-Test weisen immer wieder auf den Fleischanteil in Baby-Fertignahrung hin. Dieser ist besonders wichtig, um eine optimale Eisenzufuhr für Dein Baby zu garantieren. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung FKE e.V. empfiehlt eine Menge von 20 Gramm Fleisch pro Tag bei einem 6 Monate alten Baby. Ein Großteil der Fertignahrung verfügt jedoch lediglich über 12 Gramm Fleisch. Des Weiteren sollte Fertignahrung, die Fleisch beinhaltet, keine Milch oder Milchprodukte enthalten, denn diese hemmen die Eisenaufnahme. Ebenfalls wird empfohlen, Deinem Baby eine Fischmahlzeit anstelle einer Fleischmahlzeit pro Woche anzubieten. Der “Fisch-Tag” wird eingeführt, um Dein Baby mit Jod und Omega-3-Fettsäuren zu versorgen. Für beide Breie gilt, dass Du Dir das Etikett genauer anschauen solltest und auf unsere neun Hinweispunkte überprüfst.

Obst-Getreide-Brei

Auch hier solltest Du Dir die Inhaltsangaben genauer anschauen. Eine Obst-Getreide-Breimahlzeit sollte 20 Gramm Getreide beinhalten, um eine optimale Eisenversorgung für Dein Baby zu gewährleisten.

Brei-Zubereitung

In Bezug auf die Zubereitung solltest Du bei Fertigprodukten ebenfalls einen Blick auf die Verpackung werfen – je nach Brei wird empfohlen etwas Öl oder Saft unterzumischen. Das hinzugeben von Öl ist notwendig, da Fertignahrung meist über einen zu geringen Fettanteil verfügt. Der Saft wird einem eisenhaltigen Brei zur verbesserten Eisenaufnahme untergemischt.

Welche Babybrei Sorten sollte ich lieber meiden?

Abendbrei, Stracciatella, Apfelstrudel, Quark oder Joghurt – all diese Produkte solltest Du schleunigst von Deiner Einkaufsliste streichen. Diese Produkte beinhalten meist Zutaten, die für Dein Baby ungeeignet sind. Durch Milchprodukte wie Quark und Joghurt, nimmt Dein Baby mehr Eiweiß auf, als die noch nicht ausgereiften Nieren verarbeiten können. Ein weiterer Mythos ist der “Abendbrei”. Der als “Abendbrei” deklarierte Brei, kann sogar bei einigen Babys einen negativen Einfluss auf den Schlaf haben.

Was ist denn dieses Reismehl eigentlich?

Wenn Du Dir die Etiketten von fertiggerichten für Säuglinge genauer anschaust, fällt Dir vermutlich auf, dass viele Produkte Reismehl enthalten. Dies gilt vor allem für Obst- oder Fleisch-Breie. Das Wort “pur” wird in diesem Zusammenhang kaum noch genutzt, da in vielen Fällen die Rohstoffe durch einen hohen Wasseranteil gestreckt und anschließend mit Reismehl oder Stärke wieder gebunden werden. Dieses ist per se nicht schlecht für Dein Baby, jedoch sollte es vor allem im ersten Lebensjahr alle Geschmäcker in ihrer eigentlichen Form kennen lernen. Darüber hinaus ist diese Zeit wichtig, um mögliche Allergien und Unverträglichkeiten Deines Babys festzustellen. In der Regel gehört Reis zwar nicht zu den allergieauslösenden Lebensmitteln, jedoch ist gegebenenfalls nicht klar, auf welche Zutat Dein Baby reagiert hat, sollte es eine allergische Reaktion zeigen.

Des Weiteren ist Reis dafür bekannt, bestimmte Metalle aus dem Boden aufzunehmen wie Arsen und Quecksilber. In großen Mengen aufgenommen kann Arsen gesundheitsschädlich wirken. Zwar wird vielen Fertigprodukten aus Kostengründen Reismehl untergemischt, doch ist diese Menge so gering, dass kein unmittelbares Risiko für Dein Baby besteht.

Baby-Snacks

Das Angebot an Baby-Snacks im Supermarkt ist groß. Viele davon werden sogar bereits ab einem Alter von sechs Monaten empfohlen. Wir empfehlen jedoch, diese mit Vorsicht zu genießen und vorab einen Blick auf die Inhaltsstoffe zu werfen: Snacks, wie Babyzwieback, enthalten meist Zucker und Zucker ist ja – wie allgemein bekannt – für Babys tabu. Auch Babykeks ist eine Brei-Sorte, die Du vermutlich schon oft gesehen oder gehört hast. Sie enthält meist nicht nur Zucker, sondern auch Vanille-Extrakt und Palmöl. Diese Inhaltsstoffe sind vollkommen überflüssig für Dein Baby. Wir empfehlen Dir einen großen Bogen um die Baby-Snacks im Supermarkt zu machen und Deinem Baby stattdessen schlichtweg gedünstetes Obst und Gemüse anzubieten.