Beikoststart-Geschichte mit Anna und Laurin Theodor

Beikoststart – da gibt es viele offene Fragen und noch mehr Meinungen. Wir haben Anna nach ihren Erfahrungen zum Beikoststart mit ihrem Sohn Laurin Theodor befragt. Anna ist 30 Jahre alt, Kinderärztin und Ernährungsmedizinerin – also eine richtige Expertin. In unserem Interview ist sie aber vor allem Mutter.

Was für ein Gesicht hat dein Entdecker beim ersten Löffel Brei gemacht?

Ich erinnere mich genau an unsere erste Beikosterfahrung. Mein Sohn war viereinhalb Monate alt und sehr an seiner Umwelt interessiert. Ich habe damals eine Karotte übrig gehabt und diese gekocht und püriert. Der erste Löffel war wie eine Offenbarung und der zweite schnell nachgefordert. Mein Sohn war sehr begeistert aber man hat gesehen, dass er sich fragt und überlegt: „Aha und was ist das Mama?“

Hast Du ein paar Lieblingsrezepte, die Du mit uns teilen möchtest?

Nein, da müssten wir meinen Sohn fragen, was er am Liebsten gegessen hat. Er mochte irgendwie nahezu alles. Ich habe am Anfang die Breiwürfel von Nuri mit Selbstgekochtem kombiniert. Dabei war es mir wichtig zu erfahren, woher die Lebensmittel kommen und es war jede Woche ein schöner Ausflug zum Biohof in der Nähe. Wichtig war mir bei der Auswahl auch auf Regionalität zu achten und auch darauf welche Lebensmittel gerade Saison haben. Da wir im Frühsommer mit der Beikost begonnen haben, habe ich die Karotte zur Einführung bevorzugt.

Nur Brei oder BLW?

Ich finde es wichtig, dass kleine Kinder eine gewisse Konstante und Ordnung in ihrem Leben erkennen um Neues besser verarbeiten zu können. Wenn es jeden Tag ein Mittagessen gibt, was einen satt macht, ist es besser als immer mal was zu essen und zu probieren. Ich hatte nie Sorgen vor dem Verschlucken, habe aber schon darauf geachtet welche Mengen mein Kind isst. Beim BLW ist das nahezu unmöglich. Ich habe dieses für mich ganz einfach gelöst: Es gab Brei und wenn der Brei sehr gut geklappt hat, gab es zwischendurch mal etwas in die Hand, wovon er probiert hat. So konnte ich mir sicher sein zu wissen was und wieviel er isst. Ich bin damit sehr gut gefahren und kein wirklicher Fan von BLW. Außerdem gibt es hierbei Kinder bei denen ich das überhaupt nicht empfehlen würde (Untergewicht).

Welche Sorgen und Gedanken hattest Du zum Beikost-Start?

Ich habe mir zu diesem Thema keine Sorgen gemacht. Ich habe es probiert und es hat gut funktioniert. Wenn mein Sohn ein Signal gegeben hätte, nicht dafür bereit zu sein, hätte ich das Vorhaben einfach auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Mir war es wichtig zu wissen, was ich ihm da gebe und es hat mir Spaß gemacht seine Reaktionen zu erkennen, wenn er etwas das erste Mal bekommen hat. Außerdem gab es samstags nach dem Babyschwimmen immer etwas besonderes Neues (z.B. pürierte Nudeln mit Soße).

Ich habe viele andere Mütter erlebt, die sich zu dem Thema unzählige Bücher gekauft haben und ganz verzweifelt waren, weil sie danach nicht schlauer waren als davor. Das finde ich schade. Essen soll etwas Positives sein, das war von Anfang an mein wichtigstes Ziel. Wir haben gesungen, gelacht und uns „unterhalten“ und am Ende fielen wir satt in den Mittagsschlaf.

Welche Tipps hast du für andere Mamis, bei denen der Beikost-Start demnächst ansteht?

Sich nicht unter Druck setzen zu lassen. Wenn andere Kinder schon begonnen haben und das eigene Kind noch nicht bereit ist, dann muss man Geduld haben. Wichtig ist, dass man das Kind damit nicht überfordert. Außerdem, so finde ich, ist der Begriff Beikost gut gewählt, nämlich als Kost nebenbei. Wichtig ist auch sich für das Essen Zeit zu lassen und einen guten Zeitpunkt für den Beginn zu wählen (nicht krank, keine Zahnungsbeschwerden usw.).

Aus neuesten Studien weiß man aber, dass man, wenn ein Kind dazu bereit ist, es auch nicht unnötig hinauszögern sollte, da ein früher Beikostbeginn eine sehr gute Allergieprophylaxe ist.