Die Sonne scheint und alle zieht es nach draußen, ob auf den Spielplatz oder zu einem Spaziergang. Jedoch aufgepasst, Dein Baby sollte nicht zu lang in die Sonne. Die Haut deines Babys ist noch nicht ausreichend Entwickelt und besitzt nicht genügend Schutz vor der UV-Strahlung. Das Risiko eines Sonnenbrand ist für Dein Baby stark erhöht und ein Sonnenschutz ist ein muss. Aber wie kann mein Baby genügend Vitamin D aufnehmen, wenn es doch die Sonne meiden soll?

Was ist Vitamin D überhaupt?

Vitamin D ist der Oberbegriff für die Gruppe der D-Vitamine. Die für uns wichtigen und bekannten D-Vitamine, sind das Vitamin D3 und das Vitamin D2. Während wir das Vitamin D3 hauptsächlich über die UV-Strahlung des Sonnenlichts aufnehmen, kann unser Körper das Vitamin D2 über diverse pflanzliche Lebensmittel aufnehmen. Beide Vitamine werden zunächst durch sogenannte Provitamine im eigenen Körper in das eigentliche Vitamin D umgewandelt.

Vitamin D ist für den menschlichen Kalzium- und Phosphathaushalt verantwortlich. Das Kalzium, welches wir über Nahrung aufnehmen, kann nur mit Hilfe von ausreichend Vitamin D in Knochen und Zähnen eingelagert werden. Eine gute Vitamin-D Versorgung ist daher aufgrund des schnellen Entwicklungsprozess im ersten Lebensjahr besonders für Säuglinge enorm wichtig.

Wodurch nimmt mein Baby Vitamin D auf?

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) werden 80 bis 90 Prozent des Vitamin-D-Spiegels über die Sonnenbestrahlung aufgenommen und nur 10 bis 20 Prozent über Lebensmittel. Aus diesem Grund wird Vitamin D auch oft als Sonnenvitamin bezeichnet.

Vitamin D kann jedoch auch bei einer ausreichenden Vitamin D Versorgung der Mutter über die Muttermilch aufgenommen werden und einige Milchersatzprodukte wiederum sind bereits mit Vitamin D Zusatz erhältlich. Benötigt mein Baby also eigentlich zusätzliche Vitamin-D Präparate? Wir klären Schritt für Schritt auf :).

Reicht die Sonneneinstrahlung aus, um mein Baby mit ausreichend Vitamin D zu versorgen?

Du solltest Dein Baby keiner direkten Sonneneinstrahlung aussetzen, denn schon 10 Minuten können ausreichen um einen Sonnenbrand auf der zarten Babyhaut auszulösen. Der UV Schutz eines Menschen ist erst im Erwachsenenalter ausgereift. Daher ist das hauteigene Schutzsystem eines Babys nicht ansatzweise mit dem eines Erwachsenen zu vergleichen.

Besonders gefährlich ist dabei die Mittagshitze, bei der besondere Vorsicht geboten ist. Es macht daher natürlich Sinn Dein Baby mit Sonnencreme vor dieser aggressiven Strahlung zu schützen. Da die Sonnencreme die UVB-Strahlung blockt, stoppst Du damit gleichzeitig auch die Vitamin-D Produktion Deines Babys, denn diese wird über die direkte Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet. Aber keine Panik, mittlerweile gibt es gute Alternativen, um Dein Baby mit ausreichend Vitamin D für eine gesunde Entwicklung zu versorgen.

Kann mein Baby Vitamin D auch über die Nahrung aufnehmen?

Ja, der menschliche Körper – und auch der Deines Babys – können Vitamin D bedingt auch über Lebensmittel aufnehmen. Folgende Lebensmittel enthalten besonders viel Vitamin D:

  • Fettfische, wie Lachs und Thunfisch
  • Rinderleber
  • Rindernieren
  • Lebertran
  • Eiweiß
  • Eigelb
  • Milch
  • Joghurt
  • Butter und Margarine

Bis auf Lachs handelt es sich jedoch um Lebensmittel die Dein Baby im ersten Lebensjahr eher meiden sollte. Demnach reicht die Vitamin-D-Zufuhr über Lebensmittel für Dein Baby in Summe schlichtweg nicht aus.

Wird mein Baby über Muttermilch bzw. Pre-Babymilch mit Vitamin D versorgt?

Säuglinge können auch über die Muttermilch Vitamin-D aufnehmen. Dies hängt jedoch stark von Deiner eigenen Vitamin-D Versorgung ab. Wenn Du Dein Baby ausschließlich über Muttermilch mit Vitamin D versorgen möchtest, empfiehlt es sich vorab den Vitamin D Spiegel testen zu lassen. Demnach kannst du anschließend mit dem Arzt besprechen, ob Du Deine eigene Vitamin D Versorgung mit Vitamin-D-Präparaten ankurbeln solltest. Meist, vor allem bei Babys, welche in den Wintermonaten geboren werden, ist der Vitamin-D-Gehalt in der Muttermilch nicht ausreichend, um einem Mangel vorzubeugen.

Einige Pre-Babymilch Produkte enthalten bereits zugesetztes Vitamin-D. Vor dem Verzehr solltest Du dies auf der Zutatenliste genau nachlesen und dementsprechend nur bei Bedarf zusätzliche Präparate verwenden, um die Gefahr einer Überdosierung auszuschließen.

Darf ich meinem Baby Vitamin D Präparate geben? Wenn ja, welche?

Ärzte, Hebammen und auch die meisten Fachgesellschaften (u.A. DGE, FKE) empfehlen heutzutage Babys im ersten Lebensjahr Vitamin D Tabletten oder Tropfen zu geben, um den Vitamin D Bedarf eines Säuglings zu decken.

Bei Vitamin D Tropfen handelt es sich meist um reines Pflanzenöl und Vitamin D. Aus diesem Grund gibt es viele Befürworter der Vitamin D Tropfen, da im Gegensatz dazu, viele Vitamin D Tabletten diverse Zusatzstoffe enthalten, welche für Dein Baby nicht zwingend notwendig sind.

Vitamin D Tropfen kannst Du unproblematisch mit der enthaltenen Pipette auf einen Löffel träufeln und anschließend Deinem Baby geben. Einige Stimmen sehen bei Vitamin D Tropfen die Gefahr der Überdosierung. Wer schon einmal Vitamin D Tropfen getestet hat, weiß, dass aus der Pipette unabsichtlich auch mal ein Tropfen mehr als geplant auf den Löffel tropfen kann. Dadurch besteht jedoch noch lange keine Gefahr der Überdosierung. Dennoch, wer skeptisch ist, kann bedenkenlos zu Vitamin D Tabletten greifen. Dabei ist eine Überdosierung definitiv ausgeschlossen. Du kannst die Tabletten in Wasser oder aber in Muttermilch auflösen und Deinem Baby geben.

Wieviel und wie lange sollte ich meinem Baby Vitamin-D-Präparate geben?

„Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin empfiehlt für alle gestillten und nicht gestillten Säuglinge die tägliche Gabe einer Vitamin-D-Tablette von 10-12,5 µg (400-500 IE). Dies gilt von der ersten Lebenswoche bis zum Ende des ersten Lebensjahres, bei im Winter geborenen Kindern auch im 2. Lebensjahr in den Wintermonaten.“ Die DGE und das FKE bestätigen dies. Demnach sollten Babys, die in den Sommermonaten, Mai bis August geboren werden, die gesamten ersten 12 Monate zusätzliche Vitamin-D Präparate bekommen. Während Babys, welche in den Wintermonaten, September bis April geboren werden, sogar 18 Monate Vitamin D in Form von Tabletten oder Tropfen bekommen sollten. Starten kannst du damit bereits ab der ersten Lebenswoche.

Überdosierung – Besteht diese Gefahr?

Eine Vitamin-D Überdosierung zeigt sich durch starken Durst, Durchfall, Erbrechen, sowie starkes Schwitzen. Diese kann jedoch nur auftreten, wenn Dein Baby täglich mehr als 2.000 iE Vitamin D aufnimmt. Ganz realistisch, kann das also nur passieren, wenn Du Dich gewaltig vertust und Deinem Baby mehr als das vierfache an Vitamin D in Form von Tabletten oder Tropfen zu führst. Durch die Sonne ist keine Überdosierung möglich, da der menschliche Körper die Vitamin D Produktion zum eigenen Schutz automatisch bei ausreichender Versorgung einstellt.

Vitamin K2 und Vitamin D – starke Partner

Es ist zu empfehlen Deinem Baby Vitamin-D-Präparate immer in Kombination mit Vitamin K2 zu verabreichen. Das Vitamin K2 unterstützt das Vitamin D bei der idealen Verwertung des Calciums zur Knochenstabilisierung. Darüber hinaus sorgt es durch die Aktivierung wichtiger Proteine dafür, dass das Calcium abtransportiert wird und sich nicht in Organen oder Gefäßen ansammelt. Vitamin K2 wird gewöhnlich durch Bakterien aus tierischen oder fermentierten Lebensmitteln im Darm gebildet, doch meist leider unzureichend. Demnach kann die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten ohne Vitamin K2 sehr schädlich für Dein Baby sein.

Vitamin-D Mangel – Symptome und Gefahren

Ein Vitamin-D Mangel kann für ein Baby verheerend sein. Die größte Gefahr ist eine Rachitis, eine Knochenerkrankung, die sich durch Wachstumsstörungen und meist unumkehrbare Verformungen der Knochen und des Skeletts bei Kindern bemerkbar macht. Bei der Rachitis werden die Knochen nicht genügend mit Calcium und Phosphat versorgt und bleiben somit weich und instabil. Nicht nur die Knochen sind von dieser fehlenden Mineralisierung betroffen, auch die Entwicklung der Zähne wird massiv beeinflusst. Zudem kann ein zu geringer Vitamin D Spiegel zu einer verminderten Muskelkraft und einer Immunschwäche führen. Vitamin D Präparate gibst Du Deinem Baby demnach als Prophylaxe, um diesen Gefahren vorzubeugen.


Allergie-Prävention leicht gemacht

Für Dein Baby ist es eine der aufregendsten Zeiten jeden Tag neue Geschmäcker zu entdecken. Mamas Essen probieren, an einem Zwieback lutschen oder einen neuen Gemüsebrei testen. Alles Neue aus zu probieren macht Deinem Baby Spaß. Obwohl das Allergierisiko eines Babys erhöht ist, ist die Meinungen, dass bestimmte Lebensmittel gemieden werden sollten, veraltet. Experten sind heutzutage der Ansicht, dass ein früher Kontakt mit bestimmten Lebensmittel sogar Allergien vorbeugen kann.

Entwickelt Dein Baby gegenüber einem bestimmten Lebensmittel eine Unverträglichkeit ist in erster Linie der Magen-Darm-Trakt betroffen. Hierzu gehören Bauchschmerzen, Koliken, Blähungen, Durchfall und in einigen Fällen übergibt sich Dein Baby sogar. Wenn Du eine Lebensmittel-Intoleranz Deines Babys vermutest, solltest Du ebenfalls einen Arzt um Rat bitten und Dein Baby auf das spezifische Lebensmittel testen lassen.

Was ist eigentlich eine Allergie?

Eine Allergie ist eine immunbiologische Überempfindlichkeit gegen körperfremde Stoffe. Das körpereigene Abwehrsystem bildet Antikörper gegen diese körperfremde Substanz, auch Antigene oder Allergene genannt. Aus diesem Grund entsteht eine Reaktion, die unterschiedlich ausfallen kann.

Nahrungsmittelallergien und Intoleranzen lösen teilweise die gleichen Symptome aus, die Ursache ist jedoch eine komplett unterschiedliche. Bei einer Allergie führen harmlose und unschädliche Stoffe aus der Umwelt dazu, dass eine überschießende Reaktion des Immunsystems stattfindet. Dafür reichen bereits kleinste Mengen aus. In vielen Fällen verursacht eine Nahrungsmittelallergie eine sofortige Reaktion. Von einer Intoleranz spricht man hingegen, wenn eine Unverträglichkeit vorliegt, die auf eine Stoffwechselstörung zurückzuführen ist. Die Ursachen können hierbei ganz unterschiedlich sein. Intoleranzen hängen oft mit einem Enzymdefekt oder Enzymmangel zusammen. Im weiteren Sinne zählen diese beide zu den Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Wie unterscheide ich eine Allergie von einer Unverträglichkeit?

Bei einer Nahrungsmittelallergie kannst Du eine Reaktion bereits direkt oder bis zu einer Stunde nach Genuss des allergenen Lebensmittels feststellen. Die Symptome treten also meist sehr schnell auf. Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ruft erst wesentlich später eine Reaktion hervor. Dieser Zeitraum kann kann zwischen Stunden und Tagen variieren. In den meisten Fällen betrifft die Reaktion den Verdauungstrakt.

Wenn ich unter einer Allergie leide, vererbe ich diese automatisch an mein Kind?

Eine direkte Vererbung ist prinzipiell nicht möglich, allerdings ist die Veranlagung für die Entwicklung einer Allergie vererbbar. Kurz gesagt bedeutet dies, dass Dein Kind eher dazu tendiert eine Allergie zu entwickeln wenn Du oder Dein Partner bzw. Deine Partnerin an einer Allergie leiden. Das Risiko für Dein Baby selbst an einer Allergie zu erkranken steigert sich erneut, wenn Ihr Beide allergisch seid. Darüber ist entscheidend, ob Dein Kind bereits Geschwister hat, die unter einer Allergie leiden. Im Allgemeinen ist die Verwandtschaft ersten Grades entscheidend.

Das Allergierisiko in Abhängigkeit von der familiären Belastung

Kein Elternteil allergisch 15 Prozent
Ein Geschwisterkind allergisch 25 – 35 Prozent
Ein Elternteil allergisch 20 – 40 Prozent
Beide Elternteile allergisch 50 – 60 Prozent
Mit gleicher Krankheit allergisch 60 – 80 Prozent

Wie kann ich Allergien und Unverträglichkeiten vorbeugen?

Allergien nehmen heutzutage immer weiter zu. Woran es liegt, kann momentan noch nicht genau gesagt werden. Es gibt jedoch eine Reihe von Maßnahmen die Du ergreifen kannst, um das Risiko einer allergischen Erkrankung für Dein Kind zu reduzieren, sowohl in der Schwangerschaft, als auch während der Stillzeit und mit der Einführung der Beikost.

1. Phase der Allergievorbeugung – in der Schwangerschaft

Viele der bisher geltenden Richtlinien für Schwangere und stillende Mütter wurden durch neue Studien widerlegt. Des Weiteren ist es sogar förderlich, dass Dein Baby bereits im Mutterbauch mit einigen Lebensmittel in Kontakt kommt. Zu diesen Lebensmitteln gehören zum Beispiel Fisch, Eier und Weizen, welche als allergieauslösend gelten. Diese Annahme ist jedoch überholt und somit musst Du als Mutter nicht auf Fischgerichte verzichten. Ebenso wird immer wieder gesagt, dass das Stillen von Babys das Allergierisiko senken kann, doch stimmt dieses?

Ernähre Dich ausgewogen und abwechslungsreich, das ist das Beste für Dein Kind. Als Allergikerin solltest Du natürlich trotzdem weiterhin auf Deine Allergene verzichten. Von Diäten während der Schwangerschaft wird konsequent abgeraten. Unbedingt solltest Du zudem Tabakrauch meiden. Rauch, ob aktiv oder passiv, schädigt nicht nur die Atemwege sondern erhöht auch enorm das Risiko für Dein Baby eine Allergie zu entwickeln. Das gleiche gilt auch für Luftschadstoffe. Auch sie können die Entwicklung einer Allergie fördern.

2. Phase der Allergievorbeugung – während der Stillzeit

Experten, wie die WHO, empfehlen noch immer Babys bis zum 6. Monat ausschließlich zu stillen um Allergien vorzubeugen. Die Muttermilch ist allergenarm und schützt dadurch die Darmschleimhaut Deines Babys vor Allergenen. Nach neuen Erkenntnissen, solltest Du als Mutter gerade in dieser Zeit nicht auf allergene Lebensmittel, wie Beispielsweise auf Hühnerei und Milch, verzichten. Laut Ärzten und Wissenschaftlern gilt der frühe Kontakt mit allergenen Stoffen in kleiner Dosis als förderlich für die Gesundheit Deines Babys.

Das Beste was Du machen kannst, um Allergien bei Deinem Baby vorzubeugen, ist zu stillen. Jedoch schützt auch Stillen Dein Kind nur in Gewissem Umfang, eine hundertprozentige Garantie gibt es leider nie. Der vorbeugende Effekt konnte dabei ausschließlich in den ersten 4 Lebensmonaten nachgewiesen werden. Entscheidend ist dabei, dass Du auch in den ersten Tagen nach der Geburt, wenn die Muttermilch vielleicht noch nicht so reichlich fließt, nicht auf herkömmliche Säuglingsmilchnahrung zurück greifst. Auch während der Stillzeit solltest Du Dich ausgewogen und abwechslungsreich ernähren. Ist Dein Kind bereits allergiegefährdet, gibt es dafür eine speziell entwickelte HA-Nahrung. Dein Kinderarzt wird Dich in diesem Fall gern unterstützen.

Hat mein Baby ein größeres Allergierisiko, wenn ich nicht stille?

Wenn Du dein Baby nicht stillst, gibt es einige Dinge, welche Du im Bezug auf das Allergierisiko Deines Babys bei einer alternativen Milchnahrung beachten solltest. Ist Dein Baby als ein Risikokind eingestuft, sollte es in den ersten 4 Monaten hypoallergene Nahrung, so genannte HA-Milch bekommen. Hierbei ist der Eiweißanteil soweit abgebaut, dass der Körper diese nicht mehr als Fremdkörper erkennt. Wird ein erhöhtes Allergierisiko erst zu einem späteren Zeitpunkt festgestellt, zu dem bereits gestillt wurde, führt ein Umstieg auf HA-Milch meist zur Ablehnung der Milch. HA-Milch ist um einiges bitterer als die eher süßliche Muttermilch. Wurde bei Deinem Baby eine Kuhmilchallergie nachgewiesen, solltest Du auf die alternative HA-Milch verzichten, da diese bei Deinem Babys eine schwere allergische Reaktion auslösen kann. Die HA-Milch besteht aus größeren Bestandteilen des Kuhmilcheiweißes, als Kuhmilch selbst. Somit eignet sich HA-Milch rein zur Vorbeugung einer Allergie, jedoch nicht zur Behandlung. In diesem Fall solltest Du einen Arzt aufsuchen, um die beste Lösung für Dich und Dein Baby finden.

3. Phase der Allergievorbeugung – Einführung der Beikost

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung empfiehlt, dass Dein Baby frühestens im fünften und spätestens im siebten Monat die erste Beikost erhalten sollte. Achte darauf, dass Du die empfohlenen Breie Schritt für Schritt einführst. Zu Beginn der Beikost braucht Dein Kind noch keine große Abwechslung, sondern eine langsame Gewöhnung an die verschiedenen Nahrungsmitteln. Mit der Einführung der Beikost sollte Dein Baby dann mit der Einführung der verschiedenen Breie bereits langsam mit Kuhmilch oder auch Weizen in Kontakt kommen.

Unter folgenden Link kannst Du einen Allergie-Risiko-Check für Dein Baby machen.

Spezialfall Zöliakie

Bei einer Zöliakie handelt es sich um eine Mischung aus Allergie und Autoimmunerkrankung, bei der die Betroffenen eine Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten aufweisen. Gluten ist in bestimmten Getreideprodukten wie Roggen, Hafer, Weizen, Gerste, Dinkel und Grünkern enthalten. Zöliakie-Patienten leiden dabei unter einer chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut. Typische Symptome im Säuglings- und Kleinkindalter sind ein stark aufgeblähter Bauch, Durchfall, Erbrechen, Wesensveränderungen, Appetitlosigkeit und ein verringertes Wachstum. Wird bei Deinem Kind eine Zöliakie diagnostiziert, benötigt es eine glutenfreie Ernährung, denn eine ursächliche Behandlung ist momentan noch nicht möglich. Dies bedeutet, dass alle Nahrungsmittel, die eins der genannten Getreide enthalten, vom Speiseplan Deines Kindes gestrichen werden müssen.

Viele verarbeitete Produkte wie Nudeln, Brot, Brötchen oder auch Milchbreie mit Hafer sind glutenhaltig.

Kann ich eine Zöliakie vorbeugen?

In Deutschland besitzen 30-40% der Bevölkerung eine genetische Veranlagung für die Entwicklung einer Zöliakie. Aber nicht mal ein Prozent erkrankt tatsächlich. Erst durch äußere Einflüsse kann es dazu kommen, dass eine Zöliakie ausbricht. In vielen Studien wird der Zusammenhang von Stillen und glutenhaltiger Beikost im fünften bis sechsten Monat diskutiert. Dieser Zusammenhang konnte bisher jedoch durch keine wissenschaftliche Studie bestätigt werden. Somit wird bisher auf die bestehenden Pläne der Beikosteinführung verwiesen.

Welche Umweltfaktoren beeinflussen die Entwicklung von Allergien?

Allergien können stark von der Umwelt beeinflusst werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist Tabakrauch – sowohl aktiv als auch passiv. Jede nicht gerauchte Zigarette kommt Deinem Kind dabei zugute. Luftverschmutzung und Autoabgase lassen sich leider nicht komplett meiden. Hausstaubmilben auf der anderen Seite sind oft nur zu einem geringen Maß vorhanden, außerdem kann eine normales Maß an Hausstaubmilben sogar die Immunabwehr fördern und einer Allergie vorbeugen. Ähnliches gilt für Haustiere. Lebt in Deinem Haushalt schon ein fell-tragendes Haustier, muss dieses natürlich nicht abgeschafft werden sobald ein Baby unterwegs ist. Allerdings sollte auch kein Haustier zusätzlich angeschafft werden, wenn Du Dich in der Schwangerschaft befindest. Allgemein gilt jedoch, dass allergiegefährdete Babys in einer katzenfreien Umgebung besser aufgehoben sind. Aber auch schlechte Luft, Schimmel, Feuchtigkeit oder Schadstoffe in Farben und neuen Möbeln können Allergien fördern. Regelmäßiges Lüften und lösungsmittelarme Substanzen, die mit dem blauen Engel gekennzeichnet sind, können dabei helfen die Allergieentwicklung zu minimieren.

Allergiepräventions-Richtlinien – warum werden diese stetig verändert?

Warum sind heute Dinge widerlegt, welche letztes Jahr noch in den Allergiepräventions-Richtlinien geführt wurden? Dies kann unterschiedliche Gründe haben: es werden stetig neue Studien durchgeführt, die zu einem großen Wissenszuwachs führen. Somit entstehen neue Richtlinien und alte werden widerlegt. Darüber hinaus wurde in den letzten Jahren der Konsens gebildet, dass nur noch Richtlinien herausgegeben werden dürfen, welche durch methodisch hochwertige Studien belegt werden konnte. Dies hat zur Folge, dass ausgesprochene Empfehlungen einer höheren Qualität entsprechen.

Wie halte ich das Allergierisiko meines Babys bei dem Start in die Beikost möglichst klein?

Um Allergien vorzubeugen, findet der Start in die Beikost optimalerweise nach Vollendung des 4. Monats statt. Bis dahin solltest Du Dein Baby ausschließlich stillen oder mit Muttermilchersatz ernähren. Ein früher Kontakt mit Lebensmitteln beugt jedoch dem Risiko von Allergien Deines Babys vor. Dies gilt für allergiegefährdete sowie für nicht gefährdete Babys. Aktuelle Studien widerlegen, dass Risiko und nicht-Risiko Kinder unterschiedlich essen sollten. Zu beachten ist jedoch, dass Du die Einführung in die Beikost nicht mit dem Abstillen gleichsetzt.

Des Weiteren ist bei der Beikosteinführung sinnvoll, neue Nahrungsmittel einzeln einzuführen. Das heißt, dass Du Deinem Baby über mehrere Tage ein neues Lebensmittel gibst und beobachtest, wie es darauf reagiert. So können mögliche Unverträglichkeiten leicht erkannt werden.

Gibt es Lebensmittel auf die ich ganz verzichten sollte?

Es gibt einige Lebensmittel, welche zwar als allergieauslösend gelten, auf die Du und Dein Baby nicht verzichten sollten. Im Folgenden findest Du einige Lebensmittel, bei welchen Du bei der Einführung besonders auf eine mögliche allergische Reaktion achten solltest.

Kuhmilch

Kuhmilch galt für lange Zeit als stark allergenes Lebensmittel. Der Rat Deinem Baby im ersten Lebensjahr keine Kuhmilch zu geben, gilt heutzutage jedoch als Mythos. Es gilt sogar als förderlich, wenn Dein Baby im ersten Lebensjahr allergieauslösende Lebensmittel kennen lernt, um möglichen Allergien entgegenzuwirken. Vorerst wird Dein Baby Milch im Milch-Getreide Brei kennen lernen. Ab dem 12. Monat kannst Du Deinem Baby zusätzlich Vollmilch als Getränk anbieten.

Erdbeeren

Erdbeeren sowie Himbeeren können im Einzelnen bei Babys Allergien hervorrufen. Du solltest sie Deinem Baby jedoch auch nicht vor dem 6. Monat anbieten. Wenn eine allergische Reaktion auftritt, fällt diese meist mild durch einen Ausschlag rund um den Mund auf. Du kannst sie deinem Baby also bedenkenlos zum Probieren geben und im Falle einer allergischen Reaktion zukünftig aus dem Ernährungsplan streichen.

Eier

Hartgekochte Eier kannst Du Deinem Baby ab einem Alter von 6. Monaten unbedenklich geben. Rohe Eier hingegen sollten gemieden werden. Sie könnten Salmonellen-Bakterien enthalten, welche wiederum eine Lebensmittelallergie hervorrufen können. Somit sollte Dein Baby keinerlei rohen Kuchenteig, Tiramisu oder Mayonnaise bekommen – welches generell keine Speisen sind, die auf dem Speiseplan Deines Babys stehen sollten.

Fisch

Der Darm Deines Babys tut sich zu Beginn noch schwer Eiweiß zu spalten und löst somit eine allergische Reaktion aus. Für lange Zeit galt unter anderem Fisch als ein allergieauslösendes Lebensmittel. Doch auch Fisch gehört zu den Produkten, die Dein Baby ohne Probleme bereits mit der Einführung des Gemüse-Fleisch-Breis kennenlernen sollte. Heutzutage gilt, je früher Dein Baby mit Fisch in Berührung kommt, umso geringer ist das Risiko eine Fischallergie zu entwickeln.

Getreide

Glutenhaltige Lebensmittel, wie Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und Dinkel solltest Du Deinem Baby nicht vorenthalten. Das Füttern dieser glutenhaltigen Lebensmittel kann bei Deinem Baby wie eine Impfung gegen Zöliakie wirken. Eine Zöliakie hingegen ist eine Unverträglichkeit gegen das Getreideeiweiß Gluten. Die genetische Veranlagung sie zu entwickeln besteht bei 30 bis 40 Prozent der Deutschen Bevölkerung. Dieses heißt jedoch nicht, dass diese auch ausbrechen muss. Studien zeigen jedoch, dass ein früher Kontakt mit dem Kleber-Eiweiß Gluten einen Ausbruch der Krankheit begünstigen kann.

Soja-Lebensmittel

Soja kann wie Kuhmilch eine allergene Reaktion gegen das Sojaeiweiß hervorrufen. Sojaprodukte weisen meist einen hohen Gehalt an Phytoöstrogenen auf, welche eine ähnliche Wirkung haben wie das weibliche Geschlechtshormon Östradiol. Sie bestehen aus sogenannten Isoflavonen und haben eine ähnliche Wirkung wie Hormone. Sie können sich mit Rezeptoren im Gehirn, der Leber oder Geschlechtsorganen verbinden und sich auf das natürlich Gleichgewicht der Hormone Deines Babys auswirken. Darüber hinaus zeigen Studien, dass Babys, welche früh mit Soja-Produkten in Berührung kamen, eher an einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse leiden. Jedoch ist die genaue Wirkung von Soja bis heute nicht geklärt.

Ziegen und Stutenmilch

Das Eiweiß der Ziegen- und Stutenmilch gleicht dem der Kuhmilch sehr stark und gilt somit ebenfalls als stark allergieauslösend, denn das Eiweiß aus Ziegen- und Stutenmilch ist für Babys genauso fremd wie das Eiweiß aus Kuhmilch. Aus diesem Grund ist diese Milch keine Alternative für die Ernährung Deines Babys. Darüberhinaus verfügt diese vermeintliche Milchalternative nicht über ausreichend Nährstoffe, um Dein Baby optimal zu versorgen. Für Dein Kind ist sowohl Kuh-, Ziegen- und Stutenmilch im ersten Lebensjahr absolut ungeeignet.

Nüsse

Du solltest Deinem Baby keine ganzen Nüsse geben, da es sich leicht an diesen verschlucken kann. Gemahlene Nüsse sind jedoch unbedenklich, diese darf Dein Baby ab dem 6. Monat essen. Laut dem Forschungsinstitut für Kinderernährung gehören Nussprodukte aber nicht grundsätzlich in den Ernährungsplan im ersten Lebensjahr.

Honig

Jede Mutter weiß: Zucker ist im ersten Lebensjahr tabu – aber wie sieht es eigentlich mit Honig aus? Honig ist ein Naturprodukt und kann demnach Bakterien beinhalten. Diese können in einzelnen Fällen den Darm Deines Babys angreifen, welches auch Säuglings-Botulismus genannt wird und eine bakterielle Lebensmittelvergiftung hervorruft. Aus diesem Grund solltest Du auch unbedingt Honig aus dem Ernährungsplan Deines Babys streichen.

Käse

Milchprodukte wie Käse, Joghurt oder Quark sind für Dein Baby nicht geeignet. Diese Produkte haben ein sehr hohen Eiweißgehalt und verfügen nicht über ausreichend Nährstoffe, wie Zink, Eisen und Jod, welche Dein Baby gerade in dieser Zeit benötigt. Aus diesem Grund ist es ratsam, Milchprodukte mit Einführung der Familienkost einzuführen.


Es gibt einige Dinge rund ums Stillen, die ganz offensichtlich sind. Andere Themen rund ums Stillen finden manche Eltern heraus, wenn sie die Erfahrung am eigenen Leib gemacht haben. Wie auch immer: Du wirst Deine ganz eigene Stillgeschichte erleben.

Hier folgt nun eine Sammlung an Information, die sicher die eine oder andere Überraschung enthält.

  1. Die Muttermilch passt sich immer optimal an die kindlichen Bedürfnisse an. Nicht nur die Menge ist immer genau richtig, sondern auch die Zusammensetzung. An heißen Tagen beispielsweise ist die Milch eher dünnflüssig, sodass der größere Durst sofort angemessen gestillt werden kann. So ist es nicht nötig, einem voll gestillten Kind zusätzlich Wasser oder Tee anzubieten.
  2. Muttermilch schmeckt zuckersüß.
  3. Ein Neugeborenes findet den Weg zur Brust ganz alleine. Wenn man ein Neugeborenes auf den Bauch der Mutter legt, kann es selbst zur Brust finden und stillen. Geleitet wird das Kind von seinem Geruchssinn und durch seine angeborenen Reflexe kann es sich an die richtige Stelle schieben.
  4. Durch Stillen statt Füttern von Säuglingsmilch sparen Familien viele Hunderte Euro.
  5. Die mütterliche Brust muss nicht auf das Stillen vorbereitet werden. Die Anfangszeit des Stillens dient dem Einpendeln von Aufgaben und Bedürfnissen. Nach den ersten Wochen sollte es sich so eingespielt haben, dass alles reibungslos läuft.
  6. In den ersten Tagen ist das Stillen für viele Frauen zunächst unangenehm oder gar etwas schmerzhaft. Dies dauert einige Zeit, doch wenn diese Anfangshürde genommen ist, sollte das Stillen in den folgenden Monaten keine Schmerzen mehr verursachen.
  7. Jeder Stillenden steht Unterstützung durch Expertinnen zu. Keine Mutter sollte sich alleine mit Stillproblemen herumschlagen, sondern eine Hebamme oder eine Stillberaterin zu Rate ziehen.
  8. Durch das Stillen sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Mutter an Brustkrebs erkrankt.
  9. Stillen allein ist kein sicheres Verhütungsmittel.
  10.  Stillen in der Öffentlichkeit sollte eine uneingeschränkte Selbstverständlichkeit sein, ist es aber erschreckenderweise mancherorts nicht. Du als Stillende sollst aber wissen: Du bist immer im Recht. Es gibt keinen Grund, sich für das Stillen zu schämen oder schuldig zu fühlen. Niemals.
  11.  Stillende Mütter schlafen im Vergleich zu Fläschchen fütternden Müttern durchschnittlich 45 Minuten länger pro Nacht.
  12.  Durch das Stillen wird die enge Beziehung zwischen Mutter und Kind gestärkt.
  13.  In der Muttermilch sind Substanzen enthalten, die sich beruhigend und schlaffördernd auf das Baby auswirken.
  14.  Stillen dient nicht nur der Sättigung, sondern erfüllt auch die Bedürfnisse des Babys nach Nähe, Sicherheit und Geborgenheit.
  15.  Stillen sollte immer nach Bedarf stattfinden. (Es sei denn, es wurde mit einer Fachfrau/einem -mann aus besonderen Gründen etwas anderes abgesprochen.)
  16.  In der Öffentlichkeit zu stillen kann ganz einfach unbemerkt geschehen. Mit ein bisschen Übung und der richtigen, stillfreundlichen Kleidung bekommt keiner mit, dass das Baby gerade stillt.
  17.  Das Risiko des plötzlichen Kindstodes sinkt bei gestillten Kindern.
  18.  Ein gestilltes Kind kann nicht zu viel trinken oder ungesundes Übergewicht entwickeln.
  19.  Stillen hilft der Mutter nach der Geburt zu heilen und wieder fit zu werden.
  20.  Kinder trinken an der Brust immer genau so viel, wie sie brauchen, um satt zu werden, nicht bis das Angebot der Milch ausgeschöpft ist.
  21.  Stillen sollte für die Mutter in einer bequemen Haltung stattfinden. Zum Stillen sollte ganz automatisch dazugehören, dass die Mutter auf ihre Bedürfnisse achtet. Sie sollte es nicht nur bequem haben, sondern auch ausreichend mit Trinken und Essen versorgt sein.
  22.  Ein echter Muttermilchmangel, also die Tatsache, dass die Muttermilch nicht ausreicht, ist in sehr wenigen Fällen gegeben. In fast allen Fällen ist die Menge steigerbar. Im Zweifelsfall sollte unbedingt eine Fachfrau konsultiert werden.
  23.  Der Austausch mit anderen Stillenden kann sehr unterstützend sein. Vielerorts gibt es Stilltreffen.
  24.  Stillen senkt das Risiko des Kindes, an verschiedenen Krankheiten im Laufe seines Lebens zu erkranken.
  25.  Muttermilch ist im Gefrierfach sechs Monate haltbar.
  26.  Es ist unmöglich, eine „normale“ Stilldauer oder einen „normalen“ Stillrhythmus festzulegen. Manche Kinder trinken eher häufig (also beispielsweise alle 1-2 Stunden) und trinken dann mit einem kräftigen Zug für etwa 10 Minuten. Und es gibt Kinder, die trinken nur alle paar Stunden und lassen sich dann während der Mahlzeit richtig viel Zeit, schlummern dabei ein, um dann noch einmal ein paar Schlückchen zu trinken. Eine Mahlzeit kann dann schon mal eine Stunde dauern. Aber auch alles dazwischen gibt es und das ist genau richtig so. Das eigene Stillen mit dem anderer Mütter zu vergleichen ergibt deswegen keinen Sinn.
  27.  Stillen ist ein Lernprozess. Sowohl Du als Mutter als auch Dein Baby dürfen und sollen am Anfang üben – und es steht ihnen immer Unterstützung zu.
  28.  Eine Stillende (ver)braucht mehr Kalorien als eine Schwangere.
  29.  Die Zusammensetzung der Milch verändert sich nicht nur im Laufe einer Mahlzeit und passt sich den kindlichen Bedürfnissen an, sondern auch im Laufe des Tages.
  30.  Wann die richtige Zeit zum Abstillen ist, ist sehr individuell. Grundsätzlich spätestens dann, wenn einer der beiden Stillbeziehungspartner nicht mehr stillen möchte.

Diese Fakten zeigen, wie großartig Stillen ist. Doch es ist wichtig zu betonen, dass Du als Mutter gemeinsam mit Deinem Kind oder auch allein die Entscheidungen bezüglich des Stillens triffst. Es ist Eure Stillbeziehung und Ihr solltet sie so gestalten, dass es sich für Euch richtig anfühlt. Du entscheidest Dich, dass Du so wenig wie möglich in der Öffentlichkeit stillen möchtest? Oder Du entscheidest Dich, Dein Kind als „Langzeitstillende“ so lange (und zwar an jedem Ort, der Euch gefällt) zu stillen, bis Dein Kind sich von selbst abstillt? Du bist Dir sicher, dass das Stillen nach dem ersten halben Jahr langsam durch andere Kost ersetzt werden darf? Wunderbar! Denn es ist ganz allein Deine Entscheidung. Lass sie Dir nicht nehmen. Und wenn Du irgendwann an irgendeinem Punkt Gegenwind bekommst, such Dir Leute, die Dir den Rücken stärken.


Was für eine Gesicht hat Dein Entdecker beim ersten Löffel Brei gemacht?

Mila hat schon recht früh ( ca. Anfang des 5. Monats ) starkes Interesse am Essen der Großen gezeigt. Da mir der Beikoststart zu diesem Zeitpunkt noch etwas früh erschien, musste sie sich noch einen ganzen Monat gedulden bis der erste Möhrenbrei auf den Tisch kam. Nach dem ersten Löffel stand ihr dann die Enttäuschung quasi ins Gesicht geschrieben – darauf hatte sie nun so lange warten müssen …. 😉

mila-800x800

Hast Du ein Lieblingsrezept, das Du mit uns teilen möchtest?

An dieser Stelle müsste ich ein bisschen Schleichwerbung für euren Avocado-Zucchini-Kartoffel-Brei machen. Mit einer Portion Bio-Rindfleisch ist das Milas absoluter Lieblingsbrei.

Nur Brei oder BLW?

Zu diesem Thema habe ich lange mit unserer Hebamme gesprochen (übrigens die Beste der Welt). Da ich dem BLW etwas skeptisch gegenüberstand, – wird Mila nur dadurch auch satt, verschluckt die sich auch nicht… – empfahl sie uns einfach die Kombination aus beidem. So bekommt Mila erst etwas Fingerfood zum erforschen und danach ihren Brei zum sattessen. Mit der Variante fühlen wir uns bis dato am wohlsten.

Welche Sorgen und Gedanken hattest Du zum Beikost-Start?

Eigentlich war es mehr Aufregung als Sorge. Für mich war von Anfang an klar, dass das Füttern von Babygläschen für mein Kind nicht in Frage kommt. So musste ich mir wenig Sorgen um ungesunde Inhaltsstoffe machen. Wäre ich nicht durch Zufall durch eine Fernsehsendung auf die Nuri-Breie gestoßen, hätte ich in der Tat für Mila täglich frisch gekocht.

Welche Tipps hast Du für andere Mamas und Papas, bei denen der Beikost-Start demnächst ansteht?

Wie so oft auch hier der Tipp – Bloß nicht zu viel googeln und jeden der 1000 Ratschläge anderer Mamas zu ernst nehmen. Einfach nach Bauchgefühl und besten Wissen und Gewissen ran an den Brei!


Zwei Lebensmittel, die in der Beikost nicht fehlen sollten, sind Öl und Saft. Hast Du Dich auch schon mal gefragt, warum Du den meisten Beikost-Produkten Saft oder Öl hinzugeben solltest?
Die beiden Lebensmittel sind kleine Helferchen, die Dein Baby in der wichtigsten Entwicklungsphase unterstützen. Innerhalb des ersten Lebensjahres haben Babys einen sehr hohen Nährstoffbedarf, welcher gedeckt sein sollte, damit Dein kleiner Entdecker auf Erkundungstour gehen kann. Erfahre jetzt mehr darüber, wie Öl und Saft Dein Baby optimal unterstützen.

Öl im Babybrei – warum?

Durch den Esslöffel Öl wird der Beikost Fett hinzugefügt. Bedingt durch das Fett kann der Körper die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K besser aufnehmen, die Dein Baby für das Wachstum benötigt. Hierbei sollten die unterschiedlichen Breie unterschiedlich viel Öl enthalten. Wobei Gemüse-Brei acht bis zehn Gramm Fett enthalten sollte, ist für den milchfreien Getreide-Obst-Brei eine Menge von fünf Gramm optimal. Vor allem der Fettanteil aus Fertignahrung entspricht meist nicht der Menge, welche für Dein Baby erforderlich ist. Somit solltest Du darauf achten, das fehlende Fett durch Öl zu ergänzen.

Beikost Öl oder raffiniertes Öl?

Welches Öl solltest Du unter den Brei Deines Babys mischen? Pflanzenöle eignen sich am besten für den Brei Deines Babys, da diese einen hohen Anteil von ungesättigten Fettsäuren enthalten. Wir empfehlen Dir für die Beikost Deines Babys raffiniertes und kaltgepresstes Rapsöl zu verwenden, da es hochwertige Omega-3-Fettsäuren enthält – diese sind sehr wichtig für die Gehirnentwicklung Deines Babys.

Durch die Raffination ist das Öl nahezu Geruchs- und Geschmacksneutral. Neben dem Rapsöl ist auch Beikost Öl zu empfehlen, da dieses neben Omega-3-Fettsäuren auch Omega-6-Fettsäuren und Gamma-Linolensäure enthält, die ebenfalls wichtig für eine gesunde und ausgewogene Ernährung Deines Babys sind. Du kannst somit beide Öle ohne Probleme nutzen.

Bessere Eisenaufnahme durch Vitamin C

Die Eisenaufnahme, aus Fleisch und Getreide, Deines Babys kannst Du durch das Hinzugeben von Vitamin C unterstützen. Durch den Esslöffel Saft im Babybrei und somit durch das Vitamin C wird das 2-wertige Eisen aus Pflanzen in, für den Körper besser verwertbares, 3-wertiges Eisen umgewandelt. Hierdurch kann Dein Baby das Eisen, welches es verstärkt ab dem 6. Monat benötigt, aufnehmen. Der Eisenspeicher Deines Babys wird im Bauch der Mutter aufbaut, geht jedoch ab dem sechsten Monat langsam zur Neige. Dementsprechend hat ein Säugling ab diesem Zeitpunkt einen erhöhten Eisenbedarf.

Eisenmangel bei Säuglingen

Der empfohlene Eisenbedarf Deines Babys liegt bei 0,5 mg pro Tag. Gerade im ersten Lebensjahr ist ein ausreichender Eisenspeicher wichtig für die Entwicklung Deines Babys. In dieser Zeit ist Empfohlen auf eine ausreichende Eisenzufuhr zu achten. Aber woran erkenne ich, ob mein Baby einen Eisenmangel hat? Die Symptome eines Eisenmangels können unterschiedlich ausfallen. Meist gehören Müdigkeit und Energielosigkeit, sowie häufige Infektionen zu den Symptomen. Wenn Du bei Deinem Baby einen Mangel vermutest, empfehlen wir Dir dieses bei Deinem Kinderarzt abklären zu lassen.

Saft im Babybrei – welcher eignet sich?

Die Zugabe von Vitamin C in Form von Saft unterstützt dabei den hohen Bedarf Deines Babys an Eisen besser aufzunehmen. Wichtig ist daher jedoch, dass der Saft sehr Vitamin C reich ist und keinen Zuckerzusatz enthält. Apfelsaft aus dem Baby-Sortiment eignet sich dabei optimal, da dieser Zusätzlich mit Vitamin C angereichert wurde. Wichtig hierbei ist jedoch, dass Du Dir das Etikett noch einmal genau anschaust und einen Zuckerzusatz ausschließen kannst. Auch Orangensaft ist reich an Vitamin C und eignet sich optimal als Zugabe. Achte bei der Wahl des Saftes am besten darauf, welchen Dein Baby am besten verträgt. Säfte wie Orangensaft können aufgrund ihres hohen Säureanteils einen wunden Po sowie Hautreaktionen hervorrufen.

Die Alternative Obstbrei?

Du kannst deinem Baby ebenfalls einen Obstbrei nach der eisenreichen Brei-Mahlzeit anbieten anstelle dem untermischen von Saft. Auch hierdurch ist es möglich die Eisenaufnahme zu verbessern. Hierbei solltest Du wieder auf einen Vitamin C reichen Brei setzen, ein Apfel-Brei eignet sich optimal.

Babybrei einfrieren

Kann ich den Babybrei bereits mit Öl oder Saft einfrieren? Wenn Du Babybrei zu Hause selber vor kochst, kannst Du diesen natürlich ganz einfach einfrieren. Du solltest dennoch darauf achten, dass Du das Öl, sowie den Saft erst nach dem erwärmen hinzu gibst. Der Vitamin-C-Gehalt des Saftes wird erhalten, wenn dieser nicht mit erhitzt wird. Es gilt, je mehr Vitamin C erhalten bleibt, umso besser ist dieses für Eisenaufnahme Deines Babys. Aus diesem Grund sollte der Saft oder alternativ der Obst-Brei erst nach dem erwärmen des Baby-Breis hinzu gegeben werden. Ähnlich ist es mit dem hinzu gegebenen Öl. Zwar ist das einfrieren von Öl weniger problematisch, jedoch verändert es seine Eigenschaften durch Erhitzen. Deshalb empfehlen wir das Öl erst vor dem Verzehr des erwärmten Breies vermengen.