Wie Du Dein Baby erziehst, ist ganz allein Dir überlassen. Eine vollwertige Ernährung mit Fisch und Fleisch, ist jedoch sehr zu empfehlen. Hierdurch bekommt Dein Baby alle Nährstoffe, die es für eine optimale Entwicklung im ersten Lebensjahr benötigt. Aber kann ich meinem auch einfach den Chicken-Nugget pürieren oder sollte ich auch etwas bestimmtes achten? Welches sollte ich beispielsweise auswählen und welches ist nicht geeignet?

Eisen- Blutbildung und Entwicklung der Muskeln

Die Eisenvorräte Deines Babys sind ca ab dem 6. Monat aufgebraucht. Somit muss das fehlende Eisen über die Nahrung aufgenommen werden. Hierfür eignet sich ein fleischhaltiger Brei am Tag hervorragend. Natürlich gibt es auch sehr viel eisenhaltiges Gemüse, jedoch kann der Körper das Eisen aus tierischen Produkten besser verwerten, als aus pflanzlichen. Aus diesem Grund raten wir Dir Deinem Baby mehrmals wöchentlich einen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei anzubieten. Einmal die Woche sollte dieser außerdem durch einen Fisch-Brei ersetzt werden. Und auch eine vegetarische Alternative kann ein bis zwei mal die Woche angeboten werden. 

Welches Fleisch sollte ich für Babybrei verwenden?

Der eine isst am liebsten mageres Rinderfilet und der andere leckeren Schweinespeck, der durch sein Fett schön schmackhaft ist, oder auch doch lieber ein Würstchen. Generell gibt es sehr viele unterschiedliche Tiere für die Fleischproduktion genutzt werden und ebenfalls noch einmal so viele Teile des Fleisches, welche durch ihren Fettgehalt ausgezeichnet sind.

Bei dem Fleisch für den Brei Deines Babys solltest du vor allem darauf achten, dass Du ein sehr mageres Fleisch auswählst. Die Nieren Deines Babys müssen sich erst noch entwickeln und können beispielsweise zu viel Protein nicht verarbeiten. Hier jetzt aber noch einmal die besten Optionen im Detail. Was jedoch für jedes Fleisch gilt, wähle lieber Bio-Fleisch als Fleisch aus konventioneller Fleischproduktion.

Hähnchen oder Pute

Vor allem beim Huhn, solltest Du stark auf die biologische Tierhaltung achten. Oft werden in der Masthähnchen Produktion Antibiotika eingesetzt, welche am Ende in dem Brei Deines Babys landen. Vom Huhn sowie der Pute bietet sich besonders das magere Brustfleisch für den Babybrei an. Achte beim garen besonders darauf, dass das Fleisch wirklich durchgegart ist. PROTEIN

Rind

Rind enthält auf der einen Seite mehr Eisen als beispielsweise das Huhn. Dieses gilt für jedes rote Fleisch. Beim Rind gibt es bereits eine größere Auswahl. Die mageren Stücke sind meist Rindertartar, Rinderfilet, Rinderbraten, Tafelspitz oder auch Rindergulasch. Frag aber gern noch einmal Deinen Metzger um Rat.

Lamm

Auch hier solltest Du Deinen Metzger nach magerem Fleisch fragen. Lammfleisch gehört ebenfalls zu den sehr eisenreichen Fleischsorten.

Schwein

Vielleicht fragst Du Dich, warum Schweinefleisch kaum in Fertiggerichten für Babys zu finden ist. Dieses ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Schwein einerseits von vielen erwachsenen nicht favorisiert wird, auf der der anderen Seite hat es religiöse Gründe. Wenn Du Schweinefleisch für den Babybrei Deines Babys nutzen möchtest, ist dieses vollkommen in Ordnung. Achte hierbei einmal wieder darauf, dass Du mageres Fleisch kaufst, beispielsweise mageres Schweineschnitzel, natürlich ohne Panade.

Fertigprodukte – Fleischzubereitung

Es kann unterschiedliche Gründe haben, dass Du vielleicht kein Fleisch zubereiten möchtest, jedoch eine vollwertige Ernährung für Dein Kind wünscht. Hierfür hat sich die Industrie etwas überlegt, die Fleischzubereitung. Wie es dem Namen schon zu entnehmen ist, handelt es sich hierbei nicht um reines, püriertes Fleisch. Das Fleisch ist zusätzlich mit Stärke, Reismehl und Öl vermengt.

Außerdem wird von vielen der Geruch dieser Gläschen beim öffnen kritisiert.

Tipps wie Du Dir Dein Leben leichter machen kannst

In den Brei deines Babys gehören lediglich 30g Fleisch. Für jede Zubereitung frisches Fleisch zu kaufen kann lästig sein und viel Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb haben wir ein paar Tipps, wie Du Dir das Leben etwas leichter machen kannst.

  • Friere frisches Fleisch zerkleinert in 30g Portionen ein
  • Bereite das Fleisch zu (garen und pürieren) und fülle dieses in kleine Portionen in Eiswürfelformen. So kannst Du es einfach auftauen und erhitzen, wenn Du bereits einen Gemüse-Brei zubereitet hast.
  • Bereite bereits den kompletten Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei zu und friere diesen in kleine Portionen ein.

ACHTUNG: Wenn Du Brei oder auch Fleisch einfrierst, solltest Du diesen nach dem auftauen nicht ein weiteres mal einfrieren!

Bitte bei der Zubereitung beachten

In jeden Fleisch-Brei gehört etwas Vitamin-C. Damit auch der Körper Deines Babys das Eisen aus dem Fleisch besser aufnehmen kann, nutzen wir Vitamin-C als kleines Helferchen. Dieses kannst Du ganz einfach umsetzen, einfach 1-2 Eßlöffel vitamin-c-haltigen Saft, beispielsweise Orangen- oder Apfelsaft, dem Brei nach dem erwärmen unterrühren. Tipp: Immer erst nach dem erwärmen hinzufügen, damit kein Vitamin-C durch die Hitze zerstört wird.

Wie koche ich einen Fleisch-Brei selbst?

Wir empfehlen Dir Dich an das Verhältnis 100-50-30 zu halten – das heißt 100g Gemüse, 50g Kartoffel und 30g Fleisch. Auch wenn Dir 30g sehr wenig vorkommen können, ist dieses für Dein Baby vollkommen ausreichend. Für Dein Baby ist es leichter diese kleinen Mengen zu verwerten. 4-5 Fleischmahlzeiten pro Woche versorgen Dein Baby mit ausreichend Eisen.

Das Gemüse kannst Du natürlich nach den Vorlieben Deines Babys variieren. Achte jedoch vor allem am Anfang darauf, dass es keinen hohen Protein-Anteil hat. Zu viel Protein und  Fett können die Nieren Deines Babys noch nicht verarbeiten. Vor allem Gemüse wie Broccoli oder auch Spinat sollten mit anderen Gemüsesorten vermischt werden.


Um Milch ranken sich viele Mythen und Legenden. Wir assoziieren sie mit Schönheit, Stärke und Gesundheit – und es gibt sie in so vielen verschiedenen Formen. Muttermilch, Vollmilch, Kindermilch, Ziegenmilch oder auch Sojamilch. Die klassische Milch, die Kuhmilch, gilt als Lieferant essentieller Nährstoffe und Spurenelemente. Sie wird aber auch mit Gesundheitsrisiken, wie Allergien und Unverträglichkeiten, in Verbindung gebracht. Aber ist sie auch für Babys geeignet? Und wenn ja, ab wann?

Kuhmilch – was ist eigentlich drin?

Kuhmilch ist ein sehr komplexes und nährstoffreiches Lebensmittel. Sie besteht aus zahlreichen Proteinen sowie Kohlenhydraten, Vitaminen, Fett, Wasser und Spurenelementen. In unserer Ernährung sind Milch- und Milchprodukte jedoch in erster Linie Kalziumlieferanten. Dieser lebenswichtige Mineralstoff ist vor allem für ein stabiles Knochengerüst und gesunde Zähne Deines Babys verantwortlich. Pflanzliche Lebensmittel, wie Grünkohl oder Spinat, weisen ebenfalls Kalzium auf, jedoch nur in geringeren Mengen.

Braucht mein Baby Kuhmilch?

Mit der Einführung der Beikost stellt der Milch-Getreide-Brei die optimale Kalziumquelle dar. Die herkömmliche Trinkmilch hingegen wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) erst empfohlen, wenn Dein Baby ca. 10–12 Monate alt ist. Für Säuglinge ist Kuhmilch zum Trinken ungeeignet, da sie einen zu hohen Protein- und Mineralstoffgehalt besitzt und nicht reichhaltig genug an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Eisen und Jod ist. Für eine gesunde Entwicklung Deines Babys spielen diese Mikronährstoffe jedoch eine wichtige Rolle. Die Gabe zusätzlicher Milchprodukte kann aufgrund des hohen Proteingehalts im ersten Lebensjahr zudem die kindlichen Nieren belasten. Möchtest Du Deinem Baby mit 10 – 12 Monaten Kuhmilch geben, solltest Du allerdings darauf achten nur pasteurisierte oder hocherhitzte Milch zu verwenden, um Dein Kind vor gefährlichen Keimen, wie beispielsweise EHEC, zu schützen. Manche Kinder reagieren allerdings allergisch auf Kuhmilch. Aber woran erkenne ich eine Kuhmilchallergie?

Symptome einer Kuhmilchallergie

Eine Kuhmilchallergie zeigt sich auf sehr vielfältige Art und Weise. Leider sind die ersten Beschwerden anfänglich oft schwer zuzuordnen. Bei einer Kuhmilchallergie reagiert das Immunsystem der betroffenen Kinder auf das Eiweiß in der Milch. In vielen Fällen verliert sich die Allergie aber glücklicherweise noch im Kindesalter wieder. Folgende Symptome können Anzeichen dafür sein, dass Dein Baby auf Kuhmilch allergisch reagiert:

  • Hautreaktionen, wie Juckreiz und Ausschlag
  • Dein Baby weint und schreit viel
  • Magen-Darm-Probleme, wie Erbrechen, Blähungen, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung
  • seltene Beschwerden können auch Kreislaufprobleme, Atemwegsbeschwerden, wie Asthma, oder ein anhaltender Schnupfen sein
  • Dein Baby hat nur wenig Energie oder Appetit
  • eine zu geringe Gewichtszunahme oder sogar eine Gewichtsabnahme
  • äußerst selten tritt der lebensbedrohliche anaphylaktische Schock ein. Dann solltest Du sofort ärztliche Hilfe holen!

Hast Du den Verdacht, dass Dein Baby auf Kuhmilch allergisch sein könnte, solltest Du umgehend einen Kinderarzt kontaktieren.

Bei acht von zehn Kindern verschwindet die Kuhmilchallergie im Kindesalter wieder. Viele Kinder, die allergisch auf Kuhmilch reagieren, zeigen meist auch eine allergische Reaktion auf Ziegenmilch. Für die Säuglingsnahrung sind Ziegen-, Schafs- oder Stutenmilch aber sowieso absolut ungeeignet! Gleiches gilt übrigens auch für Soja-, Reis-, Dinkel-, Mandel- und Hafermilch. Die Nährstoffzusammensetzung dieser Milchalternativen ist für Babys ungünstig.

Die partiell hydrolysierte Säuglingsersatznahrung (HA-Nahrung) hingegen ist nur für Kinder geeignet, die ein erhöhtes Risiko besitzen an einer Kuhmilchallergie zu erkranken. Babys, die bereits unter einer Kuhmilchallergie leiden, dürfen die HA-Nahrung nicht erhalten, da sie immer noch Teile des Kuhmilcheiweißes enthält.

Unter folgendem Link kannst Du einen Allergie-Risiko-Check für Dein Baby machen.

Was sind die Ursachen einer Kuhmilchallergie?

Das Immunsystem eines Kindes reagiert mit einer Überreaktion auf das Eiweiß in der Kuhmilch, weil es dieses als etwas Gefährliches einstuft. Das löst anschließend die allergischen Symptome aus. In der Milch kommen viele verschieden Eiweiße vor: Kasein, β-Laktoglobulin, α-Laktoglobulin, Laktoferrin, Rinder-Serumalbumine und Immunglobuline. Die meisten Allergien werden durch Kasein und β-Laktoglobulin ausgelöst. Manche Babys reagieren aber auch auf mehrere Eiweiße. Wenn Kuhmilch bei Deinem Baby eine allergische Reaktion auslöst, kann sich das in zwei Formen äußern.

Allergie-Typ-1:

Bei diesem Allergie-Typ kommt es zu einer Sofortreaktion. Das bedeutet, dass Dein Baby unmittelbar nachdem es Kuhmilch zu sich genommen hat, eines oder mehrere der oben genannten Symptome aufzeigt. In etwa 50% der Fälle kommt es zu einer Sofortreaktion, eine Reaktion zeigt sich dann innerhalb von wenigen Minuten.

Allergie-Typ-4:

Bei diesem Allergie-Typ ist die Reaktion deutlich verzögerter. Eine so genannte Spätreaktion zeigt sich erst nach Stunden, manchmal sogar erst nach Tagen.

Was die konkreten Ursachen für eine Kuhmilchallergie sind, ist leider noch nicht hinreichend erforscht. Allerdings besitzen allergiegefährdete Kinder bei einem zu frühen Kontakt mit Kuhmilch ein höheres Risiko eine Allergie zu entwickeln. Ein Grund ist aber wahrscheinlich, dass das Immunsystem und der Magen-Darm-Trakt von Babys noch nicht ausgereift sind, weshalb potentielle Allergene es leichter haben den kleinen Körper zu gefährden. Das eine Allergie beim Stillen aufgrund der Ernährung der Mutter ausgelöst wird, ist eher unwahrscheinlich. Im Gegenteil gilt Stillen sogar als eine der effektivsten Maßnahmen zur Vorbeugung von Allergien.

Kuhmilchallergie vs. Laktoseintoleranz

Eine Kuhmilchallergie und eine Laktoseintoleranz sind nicht das Gleiche. Bei einer Kuhmilchallergie sind Kinder allergisch auf ein oder mehrere Eiweiße in der Kuhmilch. Bei einer Laktoseintoleranz hingegen liegt eine Unverträglichkeit gegen den Milchzucker, auch Laktose genannt, vor. Den Betroffenen fehlt in diesem Fall das Enzym Laktase, welches den Milchzucker (Laktose) in weitere Bestandteile spalten kann. Ohne das Enzym Laktase ist keine Spaltung möglich und die Laktose kann nicht aufgenommen werden. Der ungespaltene Milchzucker gelangt in den Dickdarm, wo er von Bakterien vergoren wird. Menschen mit einer Laktoseintoleranz bekommen dadurch oftmals Blähungen und schlimme Bauchschmerzen. Auch wenn die Symptome oft ähnlich sind, handelt es sich hierbei um zwei verschiedene Erkrankungen.

Was hilft bei einer Kuhmilchallergie?

Hast Du den Verdacht, dass Dein Baby eine Kuhmilchallergie besitzt, solltest Du das umgehend von einem allergologisch spezialisierten Kinderarzt abklären lassen. Der Kinderarzt wird dann entsprechende Tests durchführen und alles Weitere mit Dir besprechen. Eine Kuhmilchallergie lässt sich leider nicht heilen. Die Symptome und Beschwerden können nur verhindert werden, wenn Kuhmilch und alle daraus hergestellten Produkte gemieden werden. Die Kuhmilch im Milch-Getreide-Brei wird dann meistens durch eine hochwertige, hypoallergene Spezialnahrung ersetzt. Eine solche Umstellung sollte aber immer von einem Kinderarzt begleitet werden. Bei vielen Kindern entwickelt sich eine Kuhmilchallergie wieder von selbst zurück, wenn nicht, muss allerdings weiterhin auf Kuhmilchprodukte verzichtet werden. Ein Arzt kann dies mittels eines Provokationstest feststellen.

Wie kann ich das Risiko einer Erkrankung senken?

Die Vermeidung von Tabakrauch und das Stillen sind die beiden besten Maßnahmen, um die Entwicklung einer Allergie vorzubeugen. In den ersten Lebensmonaten sollte Dein Baby darüber hinaus keine Kuhmilch erhalten. Mit der Einführung der Beikost ist Dein Kind zwischen dem 6.-8. Monat bereit für den Milch-Getreide-Brei. Ein verzögerter Kontakt mit Kuhmilch schützt Dein Baby nicht vor möglichen Allergien. Es wird davon ausgegangen, dass die frühzeitige Einführung potentieller Nahrungsmittelallergene sich sogar positiv auf die Toleranzentwicklung auswirkt. Muttermilch oder ersatzweise Säuglingsmilchnahrung versorgt Dein Baby die ersten 4-6 Monate erst einmal mit allen wichtigen Nährstoffen und Spurenelementen. Besitzt Dein Kind ein erhöhtes Risiko an einer Kuhmilchallergie zu erkranken, ist es am sinnvollsten auf HA-Nahrung zurückzugreifen. Halte dabei jedoch vorab Rücksprache mit einem Kinderarzt.

Wenn Du noch mehr über das Thema Allergieentwicklung wissen möchtest, dann findest Du auf unserem Blog den Artikel Allergien vorbeugen – was kann ich als Mutter tun?, der viele weitere interessante Informationen bereithält.


Das Thema Beikost oder allgemeiner gesagt das Thema Essen ist unter Müttern und Vätern eines der am heißesten diskutierten in den ersten Lebensmonaten. Irgendwie schwingt immer die Sorge mit, dass die Kinder zu wenig oder das falsche Essen bekommen. Aber Du kannst Dich entspannen, denn eigentlich ist es gar nicht schwierig und Du musst Dir den Kopf nicht unnötig zergrübeln. Ich habe eine ganz einfache Lösung, die Dir und vor allem Deinem Kind so viel Erleichterung während der Beikostzeit  bringen wird. Wenn Du Dich gerade fragst, ob ich mich vielleicht ein wenig weit aus dem Fenster lehne mit der Behauptung, ich hätte „die Lösung“ für Euch, kann ich Dich beruhigen. Eigentlich habe nicht ich die Lösung, sondern Du selbst. Und die findet sich nicht in einem genauen, festgelegtem Plan.

Du kennst es sicher auch, wenn man sich mit dem Thema Beikost beschäftigt, stößt man an allen möglichen Ecken auf so genannte Babyernährungspläne. Meist sind sie bunt und vor allem übersichtlich und logisch. Da wird auf den ersten Blick klar: das hat Struktur. Es wird einem erklärt, was Kinder wann brauchen und was nach und nach dazukommen muss. Eine ganz wunderbar klare Übersicht, wie das alles zu laufen hat. Im ersten Monat wird dieser Brei gefüttert, im nächsten dieser und so weiter. Diese Pläne können den Eltern ein Gefühl von Sicherheit und Orientierung geben.

Doch was in diesen Plänen nicht steht, ist, dass jedes Kind anders ist. Und dass alle Kinder unterschiedliche Bedürfnisse haben. Aber das ist auch verständlich, denn das würde die klare Übersicht und die Logik der Pläne zunichtemachen. Und damit auch das beruhigende Gefühl, das sie den Eltern geben.

Doch ich kann Dich beruhigen: die Erkenntnis, dass diese Pläne einfach realitätsfern und meist nicht brauchbar sind, muss für Dich keine Verunsicherung bedeuten. Ganz im Gegenteil. Wenn Du einmal verstanden hast, dass Du nicht zwingend einen Plan brauchst, der von Menschen erstellt wird , die Dein Kind und Dich noch nicht einmal kennen, wirst Du große Sicherheit gewinnen.

Um besser zu verstehen, wie absurd es ist, zu versuchen sich vollständig an diese Pläne zu halten, folgt hier ein kleines Gedankenspiel für Dich: Vielleicht kennst Du die Situation, in der sich mehrere Elternteile über das Thema Beikost ihrer gleichalten Kinder austauschen, zum Beispiel bei einer Krabbelgruppe oder ähnlichem. Stell dir vor, es geht um 10 Kinder, deren Eltern sich austauschen. Ein Elternpaar erzählt von einem solchen Babyernährungsplan, mit dem sie sehr gut fahren. Alle 9 anderen Familien sind begeistert und beschließen den gleichen Plan anzuwenden. Alle 10 Kinder sollen also in den nächsten Wochen und Monaten dasselbe Essen bekommen. Zur gleichen Zeit soll ein neuer Brei eingeführt werden und so weiter.

Und nun stell dir vor, Du bist mit 9 anderen Erwachsenen, zum Beispiel Arbeitskollegen oder völlig zufällig in einem Bahnabteil zusammensitzenden Menschen, zusammen und ihr tauscht Euch über Eure Ernährung aus. Einer erzählt von einem neuen Programm, das genau vorgibt, was man wann essen sollte. Da werden Tageszeiten für bestimmte Mahlzeiten vorgegeben, die streng eingehalten werden müssen. Es ist wissenschaftlich bestätigt, dass Menschen, die sich nach diesem Plan ernähren, ganz genau ihre Nährstoffbedürfnisse decken würden und auch sonst hat es positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Allerdings ist das Programm sehr streng in den Vorgaben, so wird vorgegeben, wann man etwas Süßes essen darf und wann etwas Salziges sowie die Menge, die gegessen werden soll (unabhängig von dem eigenen Hunger). Der eigene Hunger oder Appetit sowie die Vorlieben können nicht berücksichtigt werden, wenn der volle Nutzen des Programmes gewünscht wird.

Nun frage ich Dich: wie viele von Euch Erwachsenen werden sich entscheiden dieses Programm für die nächsten Wochen und Monate konsequent anzuwenden? Ich vermute, es werden wenige sein. Wahrscheinlich niemand. Denn es wäre verrückt. Die eigenen Bedürfnisse und die eigenen Wünsche völlig zu ignorieren wäre völlig absurd. Vor allem wenn der größte und wichtigste Vorteil nur wäre, sicher zu wissen, dass der Nährstoffbedarf abgedeckt ist. Dazu so viele Beschränkungen in Kauf zu nehmen, scheint absurd. Und für dieses Programm wären wir doch einfach auch alle zu unterschiedlich. Der eine braucht morgens sein Müsli, für den anderen startet der Tag nur mit einem gekochten Ei so richtig gut. Die einen brauchen am Mittag eine warme Mahlzeit und abends nur eine Kleinigkeit. Andere lieben die gemeinsamen Mahlzeiten mit der Familie am Abendbrottisch und trinken danach noch einen Espresso. Andere können nach 16 Uhr keinen Kaffee mehr trinken, weil sie sonst nicht schlafen können. Ach, und es gibt noch so viel mehr, was der eine liebt und der andere sich nicht einmal vorstellen kann.

Und das ist auch gut so. Denn dadurch sorgen wir alle dafür, dass unsere Bedürfnisse gedeckt werden. Dadurch, dass wir essen, wenn wir Hunger haben, und das essen, worauf wir Lust und Appetit haben, sorgen wir dafür, dass wir bekommen, was wir brauchen. Das Programm, das weiter oben beschrieben wurde, täte den meisten von uns vermutlich auf Dauer nicht gut.

Und nun frage ich Dich: wie kann es sein, dass wir sofort einsehen, dass solch ein Programm für uns Erwachsene einfach keinen Sinn macht, aber für unsere Kinder entscheiden wir uns für ein solches Programm, in Form von den so weit verbreiteten Essensplänen, die keine Individualität zulassen? Das ist doch ein bisschen verrückt, oder?

Dein Kind ist ein Mensch. Ein kleiner noch, aber ein Mensch. Und wir Menschen sind so individuell. Insbesondere was unsere Bedürfnisse und Wünsche angeht, sind wir so verschieden. Und diese Verschiedenheit tritt nicht irgendwann mit den Jahren auf, sondern sie ist von Anfang an da. Ein strikter Fahrplan kann also nicht für alle Kinder passen. Manchen entspricht es vielleicht und manch ein Kind lässt sich vielleicht auch auf strenge Vorgaben ein. Aber jedes Kind hat seine eigenen Bedürfnisse und das kann Dein Kind schon von Anfang an zum Ausdruck bringen.

Ich rate Dir also: vergiss starre Pläne und lerne Dein Kind kennen. Schau, was Dein Kind braucht. Vertraue Deinem Kind. Es weiß besser als jeder Wissenschaftler, was es wann braucht. Deine Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass Dein Kind seine Bedürfnisse erfüllen kann. Biete ihm deswegen ein vielfältiges Angebot an. Biete ihm Obst, Gemüse und Getreide an. Mal etwas, was natürliche Süße enthält , mal etwas salziges (ohne extra zu salzen), mal etwas püriertes und mal etwas  Fingerfood. Füttere es und lass es, wenn es so weit ist, selber essen. Schau auf Dein Kind, lass ihm Zeit und nimm Dich zurück. Lerne neue Lebensmittel kennen, Pastinake, Quinoa oder Frühstücksauflauf sind nicht nur für die Kleinen großartige Lebensmittel, sondern genauso gesund und wertvoll für Dich selbst. Und vor allem: hab Freude. Denn Essen bedeutet Freude. Das ist überhaupt das Wichtigste, was Du Deinem Kind mitgeben kannst. Essen ist Freude. Und die findet sich in keinem Babyernährungsplan der Welt. Die findet sich in Euch und in der Befriedigung Eurer Bedürfnisse und Wünsche.


Bringe ich mein Kind durch Veganismus in Gefahr?

Neue Food-Trends entstehen jedes Jahr. Ob ein Trend überlebt und zu einer Lebenseinstellung wird, ist dabei nicht von vornherein klar. Ob Smoothies, Superfoods oder Street Food aus aller Welt, viele unterschiedliche Trends sind hier zu finden. Auch die vegane Ernährung gehörte seinerzeit zu einem Trend. Mittlerweile kann hier von einer Lebenseinstellung gesprochen werden, welche aus unterschiedlichen Gründen entstanden ist. Die vegane Ernährung eines Säuglings ist jedoch fraglich und wird in der Gesellschaft stark diskutiert. Wie gefährlich ist eine vegane Ernährung für Dein Baby wirklich?

Experten raten von veganer Ernährung im Säuglingsalter ab

Experten sprechen sich größtenteils gegen eine vegane Ernährung für Säuglinge aus. Jedoch bestehen auf diesem Gebiet nicht ausreichend Studien, um eine genaue Aussage zu treffen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung spricht sich gegen eine vegane Ernährung von Säuglingen aus, aufgrund hoher Nährstoffdefizite. Auch das Forschungsinstitut für Kinderernährung und die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin empfehlen keine vegane Ernährungsweise für Babys. Defizite der Nährstoffversorgung vor allem im ersten Lebensjahr können eine Gefahr für die Entwicklung und Gesundheit Deines Babys darstellen. Der Vegetarierbund Deutschland spricht sich hingegen dafür aus, dass eine vegane Ernährung auch für Kinder im Säuglingsalter möglich ist. Hierbei müsste jedoch verstärkt auf eine günstige Zusammenstellung der Nahrung geachtet werden. Die Uneinigkeit der Experten besteht aufgrund einer zu geringen Anzahl an Langzeitstudien sowie hieraus basierender Ergebnisse.

Vegane Ernährung nur mit ärztlicher Unterstützung

Möchtest Du Dein Kind vegan ernähren, ist das prinzipiell möglich, allerdings nur mit entsprechendem Fachwissen und einer guten Planung. In einem solchen Fall solltest Du unbedingt mit Deinem Kinderarzt Rücksprache halten, um eine Fehlernährung auszuschließen. Tierische Produkte enthalten viele lebenswichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Eine ausreichende Kalziumaufnahme zu garantieren ist beispielsweise ein kritischer Punkt der veganen Ernährung.

Kalzium im Körper – wozu ist es da?

Kalzium gehört zu den wichtigsten Mineralstoffen im Körper. Über 99% des im Körper befindlichen Kalziums ist in Knochen und in Zähnen zu finden. Das letzte Prozent ist in den Zellen sowie im Blut enthalten. Alleine dieser kleine Prozentsatz ist bereits essentiell an Blutgerinnung, Erregbarkeit von Nervenzellen sowie Muskulatur und der Aktivierung von Hormonen sowie Enzymen beteiligt. Ebenso ist Kalzium stark mit dem Vitamin-D-Stoffwechsel verbunden. Vitamin D sorgt dafür, dass vermehrt Kalzium im Darm aufgenommen werden kann, weshalb für eine ausreichende Kalziumversorgung auch immer auf eine gute Vitamin-D-Versorgung geachtet werden sollte. Du merkst sicherlich bereits, wie sehr Kalzium in unserem Körper gebraucht wird, da es an extrem wichtigen Prozessen innerhalb unseres Körpers, sowie dem Körper Deines Babys beteiligt ist.

Wie passen Kalzium und eine vegane Ernährung zusammen?

Für Dein Baby ist eine ausreichende Versorgung mit Kalzium sehr wichtig. Dieses gilt nicht nur für die Beikostzeit sondern auch für die Milchnahrung. Wenn Du Dein Baby stillst, solltest Du ebenfalls auf Deine eigene Ernährung und somit Deine Kalziumzufuhr achten. Wenn Du nicht stillst, ist eine alternative Säuglingsnahrung schwer umzusetzen. Zwar gibt es  Säuglingsmilchnahrung auf Sojabasis, diese sind allerdings stark mit Zuckerzusätzen angereichert. Unter keinen Umständen solltest Du auf pflanzliche Milchalternativen aus Soja-, Hafer-, Mandel-, Reis- oder Dinkelmilch zurückgreifen und daraus eigenhändig Säuglingsanfangsnahrung herstellen. Diese Milchalternativen sind nicht als Säuglingsmilch geeignet. Auch wenn oft mit einer Kalziumanreicherung dieser Produkte geworben wird, für Säuglingsnahrung weisen sie eine ungeeignete Nährstoffzusammensetzung auf. Die Verwendung solcher Milchersatzprodukte kann sich negativ auf die Entwicklung Deines Kindes auswirken. Was solltest Du also tun, wenn Du Dein Baby dennoch vegan ernähren möchtest?

Du könntest auf pflanzliche Kalziumlieferanten zurückgreifen

Bei einer ausgewogenen Mischkost sowie bei einer vegetarischen Ernährungsweise erfolgt der größte Teil der täglichen Kalziumaufnahme meist über Milchprodukte. Mit der Einführung der Beikost wäre hier also der Vollmilch-Getreide-Brei für Dein Baby ideal als Kalziumlieferant. Diese Produkte fallen jedoch bei der veganen Ernährung weg. Welche pflanzlichen Alternativen eignen sich also am besten?

Brokkoli stellt für Dein Kind im ersten Lebensjahr eine gute Kalziumquelle dar. Neben zahlreichen Vitaminen enthält Brokkoli zudem viele sekundäre Pflanzenstoffe. Sekundäre Pflanzenstoffe fördern die Gesundheit indem sie z.B. entzündungshemmend und antibakteriell wirken. Ab dem zehnten Monat eignet sich ebenso Spinat als Kalziumlieferant. Bei der Zubereitung von Spinat solltest Du jedoch auf einiges achten. Auch Mineralwasser ist oft mit Kalzium angereichert oder beinhaltet es natürlicherweise. Für Dein Baby solltest Du es jedoch nur verwenden, wenn das Etikett klar mit dem Schriftzug “zur Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet” gekennzeichnet ist.

Fazit

Eine vegane Ernährung Deines Babys ist prinzipiell möglich, jedoch mit mehr Aufwand sowie Kontrolle verbunden als bei vollwertiger Mischkost. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung weist darauf hin, dass folgende vier Punkte unbedingt beachtet werden sollten:

  1. Nahrungsergänzung von Vitamin B12
  2. regelmäßige ärztliche Kontrollen
  3. nährstoffreiche Ernährung
  4. Betreuung durch Fachpersonal

Dies ist notwendig, um kritische Nährstoffwerte wie beispielsweise Kalzium zu überprüfen. Offiziell empfohlen wird jedoch weiterhin eine ausgewogene und gesunde Mischkost.

Der Artikel Vegetarisch oder Vegan – Wie ernähre ich meine Baby richtig? könnte Dich vielleicht auch interessieren. Viel Spaß dabei!


Die Beikostzeit ist eine aufregende Zeit. Bisher hat sich für Dein Baby alles um die Milchnahrung gedreht. Nun werden täglich neue Geschmäcker auf Dein Kind zukommen. Manche wird es auf Anhieb mögen, bei anderen verzieht es vielleicht zu Beginn noch das Gesicht. Aber wie kann ich sicher gehen, dass mein Baby genug isst und auch satt wird?

Beikoststart bedeutet nicht gleich Abstillen

Die Einführung der Beikost ist für Dich und Dein Baby ein aufregender und neuer großer Schritt. Viele Eltern haben zu Beginn eine Menge Fragen und sind verunsichert wie sie genau vorgehen sollen. Doch keine Sorge, es ändert sich nicht alles. Zu Beginn startest Du erst einmal mit einer Beikostmahlzeit. Die Hauptmahlzeit bleibt zu Beginn jedoch die Milchnahrung. Die Einführung in die Beikost bedeutet für die erste Zeit nicht, dass hiermit die Milchnahrung ersetzt wird. Die Beikost wird nämlich nur nebenbei gefüttert. Den richtigen Punkt für das Abstillen gibt es nicht. Diesen sollten Du und Dein Baby gemeinsam finden. In ganz kleinen Schritten gewöhnst Du es Stück für Stück an die neuen Leckereien. Die Breimahlzeiten ersetzen langsam und schrittweise die Mutter- bzw. Flaschenmilch. Wenn parallel zum Beikoststart weiter gestillt wird, vertragen Kinder die neuen Lebensmittel auch gleich viel besser. Wusstest du außerdem, dass Muttermilch das Allergierisiko Deines Babys senken kann? Auch dieses ist ein wichtiger Grund, aus welchem neben der Beikost weiterhin gestillt werden sollte.

Mit welchen Brei sollte ich starten?

Laut der offiziellen Empfehlung sollte mit der Beikost zwischen dem 5. und 7. Monat mit dem Gemüsebrei gestartet werden. Wir raten Dir mit dem ersten Brei am Mittag zu beginnen. Zu dieser Tageszeit sind die meisten Kinder ausgeschlafen und gut gelaunt und somit offener für Neues. Für den Start geeignete Gemüsesorten sind Karotte, Pastinake, Zucchini, Fenchel und Kürbis. Meist beginnen Eltern mit Karotte, da sie sich vom Geschmack am ehesten der Milchnahrung ähnelt. Wenn es um die Einführung in die Beikost geht, gibt es sehr viele unterschiedliche Meinungen. Manche starten mit einem neuen Gemüse pro Woche, andere probieren alles mal aus und wiederum andere starten breifrei. Wir denken jedoch, dass die Einführung von einem Gemüse pro Woche, sehr viele Vorteile mit sich bringt. Dein Baby hat nicht nur die Möglichkeit sich sehr langsam an die ganzen neuen Geschmacksrichtungen zu gewöhnen, sondern Du hast ebenso die Möglichkeit herauszufinden, ob Dein Baby auf bestimmte Lebensmittel allergisch reagiert. Die Nahrungsmittel Schritt für Schritt einzuführen ist außerdem wichtig, damit sich der Darm Deines Kindes langsam daran gewöhnen kann. Falls Dein Baby ein Nahrungsmittel mal nicht verträgt, kannst Du so auch direkt reagieren. Zeichen für eine Unverträglichkeit können z.B. ein wunder Po, kleine Pickelchen, Durchfall oder auch Verstopfung sein. Nach einer Woche Gemüse kommen dann eine mittelgroße Kartoffel von etwa 50 g und ein Esslöffel Öl hinzu. Und wiederum eine Woche später kann Dein Baby dann schon den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei schlemmen. Geeignete Fleischsorten sind Lamm, Rind oder Geflügel. Fleisch, als gute Eisenquelle, ist sehr wichtig für die Blutbildung, die geistige Entwicklung und die Abwehrkräfte. Ein Mal pro Woche empfehlen wir den Fleisch-Brei durch einen Fisch-Brei zu ersetzen. Für eine vegetarische Ernährung empfehlen wir Dir ein eisenreiches Getreide wie Hirse zu nutzen. Ein Schuss vitamin-c-reicher Saft verbessert zusätzlich die Eisenaufnahme im Körper.

Und wenn mein Baby den Brei nicht mag?

Als Ergänzung zur Milchnahrung eignet sich der Gemüsebrei für den Start ganz wunderbar. Wenn Du Deinem Kind dann das Lätzchen umbinden und sie oder ihn das erste Mal kosten lässt, wird die erste Reaktion aber wahrscheinlich erstmal verwundert wenn nicht sogar ablehnend sein. Lass Dich davon nicht entmutigend! Für Dein Kind ist der erste Breilöffel eine völlig neue Erfahrung. Manchmal schluckt Dein Kind auch gar nichts von der neuen Speise, das ist aber wie gesagt nicht schlimm. An den neuen Geschmack muss sich erstmal gewöhnt werden. Biete Deinem Baby jeden Tag ein bis zwei Löffel mehr an, die Hauptmahlzeit bleibt zu Beginn aber die Milchnahrung. Dein Kind muss zudem auch erstmal die motorischen Abläufe erlernen, um die Nahrung zu schlucken. Saugen und vom Löffel essen unterscheiden sich da grundlegend. Außerdem ist der Würgereflex zu Beginn noch sehr weit vorn auf der Zunge. Dieser wandert erst mit der Zeit weiter nach hinten. Schiebt Dein Baby also zu Beginn die Nahrung häufiger wieder aus dem Mund, ist dieses ganz normal. Auch solltest Du darauf Acht geben, dass Dein Baby während der Nahrungsaufnahme nicht abgelenkt ist, Du selbst viel Geduld mitbringst und keinen Druck aufbaust – also eine sehr entspannte Atmosphäre schaffst. Dein Kind muss die neue Mahlzeit erstmal ausgiebig mit Lippen, Zunge, Gaumen und Fingern erkunden. Lass Dein Kind zwischendurch ruhig trinken und aufstoßen und achte darauf, dass Dein Baby gerade sitzt, damit es sich nicht verschluckt. Spuckt es die Nahrung immer wieder aus, kannst Du auch nochmal ein paar Tage aussetzen. Vielleicht ist Dein Baby noch nicht bereit für die Beikost. Das Ziel ist zum Beginn der Beikost nicht, dass Dein Kind davon satt wird, sondern, dass Du es langsam an den neuen Brei gewöhnst. Liebevolle Rituale sorgen aber dafür, dass sich Dein Kind wohl fühlt.

Wann ist der perfekte Zeitpunkt für den Beikoststart?

Einen perfekten oder richtigen Zeitpunkt für den Beikoststart gibt es nicht. Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung empfiehlt die Beikost zwischen dem 5. bis 7. Monat einzuführen. Allerding entwickelt sich jedes Kind unterschiedlich schnell. Die individuelle Entwicklung ist entscheidend. Sättigung, Gewichtsentwicklung und insgesamte die Reife sind Hinweise, ob Dein Kind für den Beikoststart bereit ist. Mach Dich also nicht verrückt, wenn andere Säuglinge früher mit der beikost beginnen als Dein eigenes Baby.

Zeigt Dein Baby ein starkes Interesse an den Speisen von Geschwistern und Eltern? Oder will es häufiger gestillt werden oder das Fläschchen bekommen, weil es immer noch hungrig ist? Vielleicht will Dir Dein Kind so zeigen, dass es jetzt für die Beikost bereit ist. Es kann vielleicht schon eigenständig sitzen, hat Kontrolle über seinen Kopf und greift gern nach Gegenständen. Es gibt viele unterschiedliche Zeichen (LINK ARTIKEL) an denen Du erkennen kannst, dass es Zeit für den ersten Brei ist. Es wird jedoch von vielen Experten davon abgeraten bereits vor dem 5. Monat mit der Beikost zu beginnen, auch wenn Dir Dein Baby zu diesem Zeitpunkt schon “reif” erscheint.

Die kleine Raupe Nimmersatt

Die Urangst eines jeden Elternteils, hat mein Kind genügend gegessen? Ist es wirklich satt? Wie Du bereits weißt, geht es beim Beikoststart nicht darum satt zu werden. Die Beikost wird Deinem Baby zu Beginn lediglich neben der Milchnahrung angeboten. Hierdurch werden lediglich Schritt für Schritt neue Geschmäcker kennengelernt. Ab dem Punkt an welchem Dein Baby ganze Mahlzeiten verputzt, wird es auch satt von diesen Mahlzeiten. Vertraue Deinem Baby hier, dass es weiß, wann es nicht mehr essen möchte oder vielleicht auch gerade mehr essen möchte. Dein Baby kommt mit einem natürlichen Hunger- und Sättigungsgefühl auf die Welt, auf welches Du Dich als Elternteil meist verlassen kannst.

Grundrezept für den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei

Probiere einfach mal einige Breie aus und schau, welche Deinem Baby am Besten schmecken. Das Gemüse lässt sich beispielsweise ganz einfach anpassen, je nachdem was dein Baby gerade bevorzugt. Hier einmal die Mengenangaben für einen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei oder auch Mittags-Brei genannt.

Zutaten:

  • 100 g Gemüse
  • eine Kartoffel (ca. 40-60 g)
  • 20-30 g Fleisch
  • 1 EL Öl
  • 1 – 2 EL Obstsaft

Kartoffeln und Gemüse putzen und das Fleisch einmal abspülen. Alles in kleine Stücke schneiden. Wir empfehlen Dir die Lebensmittel nicht zu kochen, sondern schonend zu garen. Wenn Du keinen Dampfgarer hast, kannst Du auch ganz einfach einen Topf mit etwas Wasser füllen, ein einfaches Metall-Sieb hinein hängen und die zerkleinerten Rohstoffe hierin garen. Durch das Dampfgaren bleiben ein Großteil der Nährstoffe, welche sonst ins Wasser gelangen erhalten. Außerdem kannst du ebenfalls das Gar-Wasser im Anschluss zum pürieren nutzen. Sobald alles zu einer cremigen, feinen Masse püriert ist einen Esslöffel Öl sowie Saft untermengen. Guten Appetit!

Der erste Brei und dann?

Nach der Einführung des Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breis folgt im Anschluss mit 6.-8. Monaten der Vollmilch-Getreide-Brei. Dieser Brei wird gern als Abendbrei bezeichnet. Jedoch solltest Du bei Fertigbrei der unter dem Namen Abendbrei vermarktet wird aufpassen. Wir empfehlen Dir die Zutatenliste einmal genauer anzuschauen. Oft versteckt sich (leider) eine Form von Zucker in diesen Breien. Generell versorgt der Abendbrei Dein Baby mit wichtigen Nährstoffen aus Milch und Getreide. Das Getreide ist zudem sehr ballaststoffreich, was die Verdauung Deines Kindes fördert. Ein Schuss vitamin-c-reicher Saft verbessert zusätzlich die Eisenaufnahme aus dem Getreide. Wenn Dein Baby dieses gut verträgt, kannst Du die Milchmahlzeit am Nachmittag ebenfalls durch den Getreide-Obst-Brei ersetzen.

Fazit

Auch wenn der Vergleich mit anderen Babys nahe liegt – jedes Kind is(s)t unterschiedlich. Gib Deinem Baby Zeit. Der Beikoststart erfolgt zu Beginn ergänzend zur Milchnahrung. Auch wenn Dein Kind am Anfang noch etwas skeptisch ist, wird es bald Löffel um Löffel Brei verputzen.


Was für eine Gesicht hat Dein Entdecker beim ersten Löffel Brei gemacht?

Anouk war knapp 5 Monate alt, als wir mit der Beikost anfingen. Sie schmatzte mittlerweile so laut neben uns am Tisch, dass wir dies für ein sicheres Zeichen hielten. Sie war unglaublich aufgeregt als wir ihr den ersten Löffel vor den Mund hielten. Anouk probierte aber mit großer Begeisterung und weit aufgerissenen Augen. Nach ungefähr 6 Löffelchen genoss Sie dann noch ihre Stillmahlzeit und machte einen langen Mittagsschlaf. Es dauerte ein paar Wochen bis Anouk den Brei als vollwertige Mahlzeit anerkannte und wir die Breimenge steigerten. Wir konnten Ihr jedoch ohne Probleme sämtliche Brei-Sorten anbieten, ohne dass sie eine Sorte verweigerte. Mittlerweile ist der Brei aus Kürbis, Kartoffel und Rind ihr Lieblingsbrei, davon darf es immer etwas mehr sein.

Nur Brei oder BLW?

Anouk bekommt auch immer mal was von unseren Tellern. Ein Stück Kartoffel, ein bisschen Brokkoli, oder Nudeln. Sie bekommt jedoch erst ihren Brei, sonst is(s)t sie zu gierig und verschluckt sich ständig.

Mit welcher Sorte hast Du/Ihr begonnen?

Wir haben mit Kürbis-Brei begonnen. Dieser wurde uns von meiner Hebamme aufgrund der guten Verträglichkeit und des milden Geschmacks empfohlen.

Worauf achtest Du beim Kauf eines Breies?

Unser älterer Sohn Pepe bekam nur Gläschen eines namenhaften deutschen Herstellers. Da ist doch alles drin, Bio-Qualität, ständige Kontrollen – das ist mir wichtig…und bequem und praktisch ist es auch. Warum sollte ich selber kochen? Zu viel las ich über richtige und „falsche“ Zutaten, Zubereitungsweisen und Aufbewahrung. Pepe mochte die Gläschen und war ein guter Esser, so stellte sich mir die Frage nach dem selber kochen damals nicht mehr. Bei Anouk war der Gedanke plötzlich ein anderer: Warum sollte ich ihr etwas geben, was ich selbst nicht essen würde? Die Kriterien auf die ich achtete waren die gleichen, doch nun sollte es natürlicher sein und auch „schmecken“. Dafür war ich auch bereit selbst den Kochlöffel zu schwingen, etwas auszuprobieren und mich diesmal auf mein Gefühl zu verlassen.

Vegetarisch oder auch Sorten mit Fleisch und Fisch?

Ich finde es wichtig den Kindern alles anzubieten und für Abwechslung zu sorgen. Freitags gibt es bei uns grundsätzlich Fisch. Das war schon in meiner Kindheit so.

Habt Ihr eine kleine Essens-Routine oder Rituale, bevor es den Brei gibt?

Sobald Anouk in ihrem Aufsatz für den Hochstuhl sitzt, will sie den Brei SOFORT! 😉 Um alles so stressfrei wie möglich zu machen, bereite ich alles vor während sie noch spielt. Ich erzähle ihr noch kurz was es gibt und wünsche einen „Guten Appetit“ und dann geht es los!


Honig – lässt Wunder wahr werden

Honig – ein goldener Saft, der Wunder schafft. Wusstest Du, dass Honig bereits in der Mythologie für die Unsterblichkeit von Göttern verantwortlich gemacht wurde? Heute gilt er vor allem als natürliches Heilmittel bei Wundheilung und Erkältungen. Wenn man sich jedoch die Zusammensetzung von Honig anschaut, kann diese mit einer Zuckerlösung verglichen werden. Honig besteht zu 80% aus Zucker (einer Kombination aus Frucht- & Traubenzucker) und 20% Wasser. Wo ist also seine heilende Wirkung versteckt? Und das wichtigste, gilt diese Wirkung auch für mein Baby?

Honig, was steckt dahinter?

Honig besteht hauptsächlich aus Zucker, sowie Fructose und Glucose. Einen weiteren großen Teil macht Wasser aus. Vitamine, Mineralstoffe, Proteine, Farb- und Aromastoffe sind nur zu geringem Maße enthalten. Denn Honig ist ein meist unbehandeltes Naturprodukt. Lediglich grobe Verunreinigungen werden entfernt. Des Weiteren werden dem Honig keinerlei Stoffe hinzugefügt oder entzogen. Aus diesem Grund können in der leckeren, süßen Speise Sporen von Bakterien vorkommen – einfach Natur pur. Diese sind für Babys jedoch lebensgefährlich!

Der feindliche Angreifer – das Bakterium

Die Rede ist vom Bakterium Clostridium Botulinum. Clostridium Botulinum kommt, wie Biologen sagen würden, ubiquitär im Erdboden und küstennahen Gewässern vor – demnach überall. Bienen sind dafür verantwortlich die Sporen des Bakteriums über den Honigtau oder auch Nektar zu verteilen. Bei der Gewinnung von Honig sind die Sporen oftmals mit enthalten. In diesem Umfeld kann sich das Bakterium dann wunderbar vermehren. Hinzu kommt, dass das Bakterium sehr widerstandsfähig ist. Fangen die Sporen in dieser Situation aus, so wird das sehr gefährliche Botulinumtoxin gebildet. Dieses würde bei Deinem Baby zu dem so genannten Säuglingsbotulismus führen.

Säuglingsbotulismus, was ist das genau?

Der Säuglingsbotulismus ist vor allem durch Darmstillstand, sowie Muskellähmungen bekannt. Beginnen wir jedoch am Anfang. Wodurch wird er hervorgerufen? Früher war es normal, dass Eltern ihren unruhigen Babys etwas Honig in den Tee gemischt haben. Ebenfalls war es gängig die Brustwarzen oder auch den Schnuller mit Honig zu bestreichen, um Saughemmungen des Babys zu überwinden. Hiervon wird heutzutage dringend abgeraten! Grund ist das bereits genannte Bakterium Clostridium Botulinum, welches bei Babys zu Säuglingsbotulismus führen kann. Da Honig ein Naturprodukt ist, kann leider nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Sporen des gefährlichen Bakteriums darin befinden und vermehren. Essen Babys Honig kann das schwerwiegende Folgen haben. Hierbei kommt es jedoch ebenfalls stark auf die Art des Honigs an.

Die extreme Reaktion wird im ersten Lebensjahr bei Babys aufgrund eines fehlenden ausreichend sauren Magenmilieu. Auf der anderen Seite besitzen sie noch keine stabile Darmflora, welches den Sporen das Auskeimen stark erleichtert. Schlussfolgernd kann das Bakterium nicht abgebaut werden und Botulinumtoxin wird produziert. Dieses geht über den Darm Deines Babys in den Blutkreislauf über und führt zu einer schlimmen Vergiftung. Über diesen Weg gelangt es ebenso ins Nervensystem, welches die Ausschüttung von Acetylcholin, einem Botenstoff, blockiert.

Acetylcholin ist vor allem für die Muskelkontraktion in unserem Körper verantwortlich und  nimmt somit auch Einfluss auf unseren Herzschlag, Blutdruck, Atmung, Verdauung, den Stoffwechsel und unsere Gehirnaktivität. Wird die Ausschüttung des lebenswichtigen Botenstoffs blockiert, zeigt sich dieses in außerordentlich starken Symptomen. Anfänglich führt es “lediglich” zu einer Verstopfung, da die Vergiftung einen Darmstillstand auslöst. Meistens kommt es nach und nach zu weiteren Muskeln Lähmungen. Neben den Schluck-, Nacken-, Augen-, Arm- und Beinmuskeln kann die Lähmung bis zur Atemmuskulatur voranschreiten. In schwerwiegenden Fällen kann das Botulinumtoxin bis zum Tod führen. Durch die heutige medizinische Versorgung ist das aber eher eine Seltenheit. Solltest Du bei Deinem Baby den Verdacht haben, dass es an Säuglingsbotulismus erkrankt sein könnte, solltest Du unbedingt ärztliche Hilfe aufsuchen. Säuglinge mit einem Verdacht  sollten umgehend intensivmedizinisch behandelt werden, um schlimmeres zu verhindern. Leider ist die Infektion teils sehr schlecht zu diagnostizieren, da zwischen Infektion und Ausbruch der Symptome einige Tage bis Wochen liegen können.

Für Erwachsene im Gegensatz zu Säuglingen stellt Honig dabei keine Gefahr dar. Dein Baby kann diese Infektion erleiden, da es zu diesem Zeitpunkt noch keine richtigen Abwehrmechanismen gegen die gefährlichen Keime besitzt. Deshalb sollte es im ersten Lebensjahr auf keinen Fall Honig zu sich nehmen aufgrund des hohen Risikos an Säuglingsbotulismus zu erkranken. In Deutschland treten laut Robert-Koch-Institut zum Glück nur sehr wenige Fälle von Säuglingsbotulismus auf.

Und was ist mit Honig in Fertigprodukten?

Für Fertigsäuglingsnahrung gilt diese Warnung nicht. In diesem Fall haben die Hersteller dafür Sorge zu tragen, dass ihre in den Verkehr gebrachten Produkte im Produktionsprozess ausreichend erhitzt wurden. Das Clostridium Botulinum ist zwar sehr widerstandsfähig, kann jedoch durch erhitzen abgetötet werden. Auf gesüßte Säuglingsnahrung solltest Du allerdings trotzdem verzichten. Den unnötigen Zusatz an Zucker benötigt Dein Baby definitiv nicht.

Können auch Erwachsene an Botulismus erkranken?

Es ist in der Tat möglich, dass auch Erwachsene an Botulismus erkranken. Allerdings ist die Vergiftung dann nicht auf die Sporen von Clostridium Botulinum im Honig zurückzuführen. Der Grund für eine Erkrankung sind dann meist aufgeblähte Konserven, sogenannte Bombagen. Sie entstehen durch ein von den Bakterien gebildetes Gas, die bei der Herstellung überlebt haben. Solche Konserven solltest Du unter keinen Umständen essen. Auch selbst eingekochte Konserven stellen ein großes Risiko dar. Zuhause können beim Einwecken eigentlich nicht mehr als 100° C erreicht werden. Die Sporen von Clostridium Botulinum sterben aber erst bei Temperaturen von über 100° C ab. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt aus diesem Grund beim Einkochen möglichst doppelt auf 100° C zu erhitzen, um so möglichst alle Sporen zu inaktivieren. Eine hundertprozentige Garantie gibt es dabei leider nicht.

Fazit

Auch wenn Winnie Puuh seinen Honig liebt, wie Popeye seinen Spinat, solltest Du Deinem Baby im ersten Lebensjahr unter keinen Umständen Honig anbieten (in erhitzten Speisen ist dieses etwas anderes). Das Risiko, dass es an Säuglingsbotulismus erkrankt, ist definitiv zu hoch. Honig gilt als absolutes Tabu! Zusätzlicher Zucker sollte ohnehin vermieden werden, auch wenn wir Erwachsenen es vielleicht in einem bestimmten Maße gewöhnt sind. Für eine gesunde Entwicklung ist zusätzlicher Zucker nicht notwendig und auch von Deinem Baby nicht gefordert.


Ein Baby, dass bis zum 5. Monat voll gestillt wird, braucht keinerlei weitere Flüssigkeit über andere Getränke auf zu nehmen. Vor allem die Muttermilch passt sich immer den Bedürfnissen Deines Babys an und ist flüssiger an heißen Tagen und semiger an kühlen Tagen, wo Dein Baby mehr Energie benötigt. Eine Ausnahme ist hier sicherlich, wenn Dein Baby krank ist! Vor allem bei Fieber, Erbrechen und Durchfall sollte zusätzliche Flüssigkeit angeboten werden. Sprich diesbezüglich gern mit Deinem Kinderarzt, welche Flüssigkeit sowie wie viel Du Deinem Kind anbieten solltest.

Welche Getränke sollte ich meinem Baby anbieten?

Wenn Dein Kind mit der Beikost startet, sollte es ebenfalls anfangen zusätzliche Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Wenn es drei volle Mahlzeiten am Tag zu sich nimmt, wird empfohlen regelmäßig ca. 200 ml Extra-Flüssigkeit aufzunehmen. In erster Linie solltest Du Deine Baby Leitungs- oder Mineralwasser (ohne Kohlensäure) anbieten. Auch ungesüßter Tee ist eine Alternative.

Sollte ich bei Tee auf irgendetwas achten?

Am wichtigsten ist, dass der Tee ungesüßt sowie eher schwach ist. Bereite also beispielsweise einen Teebeutel auf eine ganze Kanne vor oder lass ihn einfach nicht so lang ziehen. Ganz wichtig ist, den Tee nicht zu süßen. Dein Baby braucht vor allem im 1. Lebensjahr keinerlei Zucker. Ganz wichtig auch der herrlich süße Honig ist Tabu (LINK). Hier schlummern viele Gefahren. Um also eine gesunde Entwicklung Deines Babys zu fördern, solltest Du darauf verzichten.

Welcher Tee ist gut für mein Baby?

Heilkräutertee

Zu Heilkräuter Tees gehören beispielsweise Fenchel sowie Kamille. Heilkräuter Tees solltest Du Deinem Baby jedoch nur anbieten, wenn es auch krank ist. Diese Art von Tee enthält eine Reihe an ätherischen Ölen, welche möglicherweise bei zu hoher Dosis für den kleinen Körper schädlich sein können.

Schwarzer Tee

Schwarzen Tee solltest Du Deinem Baby nicht anbieten. Dieser wirkt nicht nur anregend, auch geht die Gerbsäure Verbindungen mit dem in der Nahrung befindlichen Eisen ein. Hierdurch wird die Eisenaufnahme Deines Babys gehemmt.

Kümmeltee

Kümmeltee kannst Du Deinem Baby ohne Bedenken anbieten.

Rotbuschtee

Bei Rotbuschtee solltest Du darauf achten, dass er nicht zu lange zieht. Bei langem ziehen wird er bitter und schmeckt Deinem Baby vielleicht auch nicht mehr, da er seine natürliche Süße verliert.

Milder Früchtetee

Früchtetee kannst Du Deinem Baby ohne Bedenken anbieten. Achte jedoch darauf, dass keine Aromen hinzugefügt wurden und es sich um einen reinen Tee aus getrockneten Früchten handelt.

Tipp: Wechsel die verschiedenen Sorten ab und versüße durch die unterschiedlichen Geschmäcker den Alltag Deines Babys. Besteht bei Deinem Baby außerdem ein erhöhtes

Was ist mit den als Baby Tee deklarierten Produkten?

Im Supermarkt findest Du neben den herkömmlichen Teebeuteln auch die Instant-Kindertees oder für Babys extra deklarierte Tees wie den Bäuchlein Tee. Hierbei solltest Du jedoch sehr auf die Zutatenliste achten! Wenn synthetische Zusatzstoffe wie Maltodextrin oder auch natürliche Süßstoffe wie Isomaltulose hinzugefügt wurde, solltest Du diese lieber im Regal stehen lassen. Denn auch dieses sind Ersatzstoffe die dem Tee eine gewisse Süße verleihen. Generell gilt, dass beispielsweise ein herkömmlicher Fenchel-Anis-Kümmel Tee Deinem Baby genauso gut bekommt, wie ein extra “Baby” deklarierter Tee (solang dieser ungesüßt ist), ohne den extra Euro für das Wort “Baby” zu zahlen.

An heißen Tagen erstmal eine Saftschorle….

Dieses gilt jedoch nicht für Dein Baby. Fruchtsäfte sollten frühestens im zweiten Halbjahr auf dem Speiseplan Deines Babys stehen und auch nur dann, wenn ¼ Saft mit ¾ Wasser verdünnt wird. Saft enthält für den puren Genuss sehr viel Zucker, auch wenn es nur Fruchtzucker ist. Dieses fördert nicht nur Karies sondern auch Übergewicht. Außerdem können zahnfleischerkrankungen und Kieferfehlbildungen entstehen, wenn zerstörte Milchzähne früh gezogen werden müssen. Also achte speziell darauf, dass Dein Baby keinerlei Zucker zu sich nimmt.

Wie sollte mein Kind trinken?

Es ist wichtig, dass Du Deinem Kind von Anfang an beibringst, dass Milch aus der Flasche getrunken wird, andere Getränke jedoch vor allem aus einem Becher oder Glas. Wenn Dein Kind zu viel

Und etwas für die Mama, Still-Tees

Auch wenn es generell in diesem Artikel um Dein Baby geht, wollen wir Dir den Stilltee nicht vorenthalten. Der ist ganz allein für Dich als Mutter. Jedoch wird er von vielen als kritisch angesehen. Wieder wird ein Tee extra für die stillende Mutter vermarktet, jedoch zeigen viele Studien, dass die Erwünschte Wirkung nicht so hoch ausfällt, als erwartet. Für eine bessere Milchbildung muss das “Milchbildungshormon” Prolaktin gebildet werden. Dieses wird jedoch nicht durch das Trinken von Tee produziert sondern durch das direkte und effektive Stillen des Babys. Wenn Dein Baby dieses jedoch nicht schafft, kannst Du dieses auch durchs Abpumpen unterstützen. Somit ist das wichtigste für eine gute Milchproduktion die häufige Entleerung der Brust. Auf der anderen Seite ist jedoch zu beachten, dass viele dieser kleinen unterstützenden Mittelchen auch einen Placebo Effekt hervorrufen. Wenn Dir also Still Tee gut schmeckt und Du ebenso eine bessere Milchbildung hierdurch erfährst, kannst Du dieses natürlich fortsetzen. Der Tee ist definitiv nicht schlecht für Dich und Dein Baby. Pass jedoch darauf auf, dass Du nicht zu viel trinkst. Wenn Du zu viel trinkst wird die Ausschüttung von antidiuretischen Hormonen stimuliert und dieses führt zu einer hohen Wasserausschwemmung Deines Körpers. Zwei bis Drei Liter sind vollkommen ausreichend und sollten nicht überschritten werden.


Rund um das Thema Babybrei und Beikost gibt es viele Irrtümer. Was wirklich richtig und falsch ist, ist für Eltern oft schwer zu erkennen. Hier werden sieben dieser Irrtümer aufgedeckt und richtiggestellt.

Doch am allerwichtigsten ist, dass Du weißt, dass es für Dein Kind und Euch als Familie nicht den einen vorgeschriebenen Weg gibt, der richtig ist. Für Dich ist es wichtig, dass Du einen guten Blick auf Dein Kind hast und verstehen lernst, was dein Kind für Bedürfnisse und Wünsche hat. Die wichtigste elterliche Aufgabe in Bezug auf das Thema ist, dem eigenen Kind zu vertrauen und geduldig zu sein. Am besten man verabschiedet sich schon vor dem Start der Beikostzeit von fixen Vorstellungen und festen Zeitplänen und lässt sich ganz auf sein Kind ein. Alles hat seine Zeit und so auch das Essenlernen.

„Man sollte ab dem 4. Monat Brei füttern!“

Der richtige Zeitpunkt für die Einführung von fester Kost ist sehr individuell und eine pauschale Antwort auf die Frage, wann der richtige Zeitpunkt ist, kann nicht gegeben werden. Auch die Experten haben darüber verschiedene Ansichten. Doch nach aktuellem Wissensstand ist man sich einig: Brei und andere feste Kost sollten auf keinen Fall vor Beendigung des vierten Lebensmonats,  also frühestens mit Beginn des fünften Lebensmonats gegeben werden. Außerdem sollte spätestens während des siebten Lebensmonats Beikost angeboten werden.

„Es sollte mit einem bestimmten Brei begonnen werden!“

Es gibt verschiedene Pläne, die vorgeben, dass mit einem bestimmten Brei, zum Beispiel dem Mittagsbrei, bestehend aus Gemüse und Fleisch, begonnen werden sollte und nach einiger Zeit, etwa einigen Tagen oder Wochen, ein weiterer Brei eingeführt werden sollte. Diese Pläne sind letztendlich überholt und der aktuelle Wissensstand ist, dass Kinder den Brei zu der Tageszeit bekommen dürfen und sollen, der ihnen gut bekommt und der ihnen gut tut. Dies kann auch von Tag zu Tag wechseln. Wichtig ist, dass dem Kind Brei angeboten wird und es selbst entscheiden kann, ob und wie viel es essen möchte. Da Kindern im Allgemeinen Rhythmus und Rituale gut tun, macht es dennoch Sinn, dem Kind regelmäßig ein ähnliches Angebot zu machen, auf das es sich verlassen kann; dies unter Berücksichtigung der familiären Situation und der Bedürfnisse des Kindes. Meist lernen die Eltern ziemlich schnell zu erkennen, was das Baby wann mag und was nicht. Auch der Grundgedanke, dem Kind zunächst einen gehaltvollen Brei am Mittag (bestehend aus Gemüse und ggf. Fleisch) anzubieten, macht Sinn, da durch diesen Brei ein großer Teil des Nährstoffbedarfs gedeckt wird. Aber es muss eben auch zu den Bedürfnissen des Kindes und dem Tagesablauf der Familie passen.

„Es sollten immer nur einzelne Lebensmittel neu eingeführt werden!“

Früher wurde jungen Eltern empfohlen nur nach und nach neue Lebensmittel einzuführen, um zu sehen, wie das Kind das neu eingeführte Lebensmittel verträgt. Heute geht man anders herum an die Sache: es wird davon ausgegangen, dass gesunde Kinder die angebotenen Lebensmittel vertragen. Sollte bei einem Kind eine Unverträglichkeit oder Allergie vermutet werden, wird nach dieser gesucht.

„Die erste feste Kost muss Brei sein!“

Heute wissen wir: die Konsistenz der Beikost ist nicht relevant. Ob die gedünstete Karotte nun püriert ist und mit dem Löffelchen gefüttert wird oder ob die kleine Babyhand die Karotte als Ganzes zum Mund führt und im Gaumen zerdrückt, spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass es dem Kind entspricht. Wenn ein Baby gerne Brei isst und sich füttern lässt, ist das wunderbar. Doch wenn Kinder dies nicht mögen, sollten sie auf keinem Fall dazu gezwungen werden. Es gibt einige Lebensmittel, die auch schon die Kleinsten selber essen können – sogar ohne Zähne. Das so genannte Baby led weanig wird immer beliebter und für viele Kinder, die Brei verweigern, ist es eine gute Möglichkeit, an die Beikost herangeführt zu werden. Ernährungswissenschaftlich spricht gegen diese Art von Fingerfood nichts. Allerdings müssen einige Grundregeln zu dem Thema Baby led weaning beachtet werden.

„Die Breimenge sollte mit der Zeit stetig erhöht werden.“

Bei Essanfängern ist es ähnlich wie bei Erwachsenen: Hunger und Appetit variieren von Tag zu Tag und sind von vielen Faktoren abhängig. Es kann also sein, dass ein Kind an einem Tag eine große Portion verspeist und am nächsten Tag eine sehr kleine. Andersherum kann es sein, dass ein Kind beständig kleine Portionen benötigt oder große. Manche steigern ihre Nahrungsmenge ganz natürlich mit der Zeit. All das hat seine Richtigkeit. Bei den Eltern ist Geduld gefragt und das Vertrauen in das eigene Kind. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Wichtig ist, dass das Kind ein Angebot hat und selbst wählen kann, wie viel es davon essen möchte.

„Zum Essen gehören Babys in den Hochstuhl!“

Egal wie alt ein Essanfänger ist und ob er mit Brei gefüttert wird oder Fingerfood zu sich nimmt: er sollte aufrecht sitzen und immer von einem Erwachsenen beobachtet werden. Je nach körperlicher Entwicklung können Kinder zu Beginn der Beikostzeit noch nicht selbstständig sitzen. Damit ist gemeint, dass sie noch nicht ohne Hilfe in eine sitzende Position kommen können. Diese Kinder sollten nicht hingesetzt werden, da der Rücken die Belastung noch nicht aushalten kann. Stattdessen sollten sie von einem Erwachsenen auf den Schoß genommen, gehalten und gefüttert werden. Erst wenn sie sich selbst hinsetzen können, sollten sie in einen Hochstuhl gesetzt werden.

„Durch die Beikost braucht das Baby weniger Milch und es kann schnell abgestillt werden!“

Bei der Beikost handelt es sich um ein Zusatzangebot zu der Muttermilch bzw. Säuglingsmilch. Kinder sind während des gesamten ersten Jahres Säuglinge und ihre hauptsächliche Nahrung ist Muttermilch bzw. Säuglingsmilch. Beikost dient dem Kennenlernen der festen Kost und dem langsamen Heranführen daran. Die Milch bleibt jedoch wichtigste Nahrungsquelle und das Kind sollte weiterhin nach Bedarf gestillt werden beziehungsweise Säuglingsmilch trinken. Damit dient die Beikosteinführung nicht dem Abstillen – im Gegenteil: es ist von großem Vorteil die Beikost unter dem Schutz von Muttermilch einzuführen. Wenn eine Mutter abstillen möchte, sollte sie einen anderen Weg wählen (dazu kann sie sich von einer Hebamme oder Stillberaterin beraten lassen). Auf längere Zeit ist es ein natürlicher Prozess, dass das Kind immer mehr feste Kost und irgendwann komplett die Familienkost zu sich nimmt und keine Mutter- oder Säuglingsmilch mehr braucht. Die meisten Kinder können ihren Nährstoffbedarf erst im zweiten Lebensjahr vollständig durch feste Kost decken.